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#16 RE: Sommergedichte von Silvia 3111 09.06.2009 19:51

Abends am See

Krümel auf der Fusseldecke,
Sand am Fuß und im Salat.
Maxi zählt die vierte Zecke,
Mama hält das Spray parat.

Papa will nur Ruhe haben,
legt sich lang und streckt sich aus.
Mama sucht den jüngsten Knaben,
hatten wir nicht zwei, oh Graus?

Doch der Jüngste matscht im Wasser,
glaubt, dass er sich drücken kann,
vor dem Picknick, denn das hasst er,
spielen ist jetzt eher dran.

Kleener komm, ruft schon die Mutter,
erst wat essen, lass den Ball,
Doch der hört nicht, denn das tut er
meistens erst beim dritten Mal.

Maxi mampft schon schnell und munter,
Dinge, die nicht für ihn sind.
Schnappt sie von den Tellern runter,
Hühnerbeine, Schwein und Rind.

Maxi, lass` det, ruft die Mutter,
Papa braucht die Kraft alleene,
ihr bekommt das Kinderfutter,
Vitamine, all` det scheene.

Maxi und der Jüngste zuckeln,
nun vergnügt ins Wasser dann,
Mutter will am Weinglas nuckeln
Vater rückt noch näher ran.

Beide schlürfen am Gefässe,
gehen dann am Ufer lang,
nass vom Wasser das Gesässe,
und ein Sonnenuntergang.

***

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Fotoblog Sommergedichte. Als Zugabe mit einem Hauhechel Bläuling (Polyommatus icarus).

[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 09.06.09 20:16 ]

#17 RE: Sommergedichte von Silvia 3111 14.06.2009 20:09

Freundschaft

Als saft´ge Wiese liegt er da,
der Rasen von Herrn Hawelka.
Zehn Meter lang und zwanzig breit,
kein Unkraut stört die Sauberkeit.

Ein Grün, viel grüner noch als Grün
und könnt´ er´s, würd´ der Rasen blühn
und mit den Blüten um sich schmeißen,
nur - Hawelka würd´ raus sie reißen.

Grashalme sind genau vermessen,
nichts biegt sich gegen seine Norm.
Wenn Hawelka ´was platt gesessen,
nimmt er die Harke für die Form.

So lebt in Eintracht und ganz friedlich
das Gras, der Gärtner und sein Mäher
und jeder Vogel, oft sehr niedlich,
selbst der verfressene Eichelhäher,
betritt den Rasen nur mit Schuh´n
und stört so nicht das Sonntagsruhn´,
das dem Gemähe folgt hernach.
Der Gartenamsel schlüpft ein „Ach“
aus Schnabel und in voller Not,
auf diesem Rasen: Wurmverbot!

Der Hawelka, die Hand voll Blasen,
betrachtet glücklich seinen Rasen.
Hier wird gezupft und dort gerissen,
da manikürt, Gerät zerschlissen
bis alles, alles eben ist.
Und jedem, der es sieht, fällt ein,
das Grün hier muß aus Plastik sein.

Inmitten seel´gem Gärtnerglück
bewegt sich etwas, nur ein Stück.
Dann wieder Stille!
Was war das?
Wer traut sich, diesen Rasennaben
von unten etwas anzuhaben?

Es ruckelt, zuckelt, fast ein Beben!
Die Erde scheint sich anzuheben,
so mittendrin. Es ist kein Scherz.
Der Hawelka faßt sich ans Herz.

Erst mault es und dann wirft es auch,
wie es bei Maulwürfen so Brauch.
Es wühlt und schaufelt wie ein Kind
und das ganz schwarz und beinah´ blind.

Doch unser Tier hat nicht vermut´,
daß so ein Mensch wie Hawelka
der Maulwurfplage überdrüssig
den Kampf beginnt nun bis auf´s Blut.

Schon holt der Gärtner Schweres her,
der Spaten blitzt im Sommerlicht
der Maulwurf schwitzt und will noch nicht
sein kurzes Leben so beenden
und will entfleuchen weit weit fort,
dem Gärtner steht der Sinn nach Mord.

Das Pelztier, es rennt hin und her
in seinen Gängen kreuz und quer.
Hat Schlimmes es denn hier verbrochen,
als es wie die Natur es lehrt,
ganz harmlos durch die Erd´ gekrochen,
was ist denn daran bloß verkehrt?

Es kollidiert mit Gärtnernorm,
das muntere Wühlen untertags,
es zählt nur eine grade Form,
ein Hügel nicht, denn keiner mags.

Nach einer Weile hört es auf,
der Maulwurffang im Dauerlauf.
Der Gärtner will nichts mehr besiegen
Was ist passiert, fragt man sich nun?
Soll dieser Rasen Löcher kriegen,
und Hawelka wird gar nichts tun?

Der sitzt in seinem Grase jetzt,
der Tötungswahn scheint abgewetzt.
Er schaut ins Löchlein unter sich
und freut sich scheinbar königlich.

Da hat sich unter Rasenpracht
das Maulwurfleinchen breit gemacht,
und bietet seine Freundschaft dar.
Herr Hawelka sagt glücklich ja,
war er doch stets nur ganz allein
und will ein Freund jetzt lieber sein.

Nun leben sie als schönes Paar,
der Maulwurf und Herr Hawelka.
Er gärtnert glücklich und nicht dumm
um alle Maulwurfshügel ´rum.

***
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#18 RE: Sommergedichte von Patricia Koelle 15.06.2009 08:02

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Blütenflut
© Patricia Koelle

Es knospen Rosen in die Helle
füllen Junilandschaft ganz
mit Lebenslust an jeder Stelle
ranken wie in leisem Tanz

erklettern Himmel, hoffen Licht
tragen Dornen nebenbei
dass niemand ihre Stärke bricht
ihrem Sinnen überlegen sei

Sie tosen dichten Farbenchor
in Wellen rollt ein Rausch aus Duft
sie drängen sich recht gerne vor
fordern Hoheit in der Sommerluft

egal ob zartere Gefährten
Kornblumenblau und roter Mohn
auch von der Erde was begehrten
für Tage ist der Sieg ihr Lohn

Doch bald schon streut uns eine Brise
die Blütenblätter wild zu Füßen
während Andere auf der Wiese
noch wochenlang das Sein versüßen

Ich mach es wie die Ackerwinde
und warte still mit meinem Traum
bis ich dafür Ruhe finde
und die Welt für Kleines Raum


[ Editiert von Patricia Koelle am 15.06.09 19:41 ]

***
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#19 RE: Sommergedichte von Patricia Koelle 16.06.2009 19:43

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Sommerliebe
© Patricia Koelle

Mir ist als ob dein Name klingt
aus der Blüte, die im Winde schwingt,
als könnt ich alle Wege wagen
wenn sie nur deine Spuren tragen.

Die Sehnsucht spielt im Meeresrauschen.
Ich möchte meinen Traum nicht tauschen
mich wie der Sommer selbst zu fühlen
mit dir, dort wo die Wellen kühlen,

alle Schätze bergen aus den Tagen
und einfach niemals danach fragen
was die Zukunft wohl verspricht:
was nicht heut ist, zählt noch nicht,

denn heut ist jetzt und ewig gilt
mir dieser Zeit Erinnerungsbild -
dein Kuss, dein Blick, dein Tanz, dein Wort,
uns wird Glücksheimat dieser Ort.

Der Himmel schickt uns ein Gedicht
aus rosarotem Wolkenlicht,
warmer Sand liegt uns zu Füßen
als wollte uns die Erde grüßen.

*

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#20 RE: Sommergedichte von Gecko42 16.06.2009 20:12

Sommerpause

Der Sommer hat sich ausgeruht,
wie gut das kühle Nass ihm tut,
wie gut, dass niemand ihn hier sieht,
den Sommer, der sich selber flieht.

© Horst Engel

#21 RE: Sommergedichte von Patricia Koelle 17.06.2009 08:07

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Sommernacht
© Patricia Koelle

Vollmond wandert Wolkenbahnen
schweres Dunkel schweigt voll Ahnen
reife Felder wispern Schatten
Hitze ließ den Wind ermatten

Ferne raunt Gewitterdonner
wie ein Echo alter Sommer
Freunde gingen, andere kamen
Reihen unvergessener Namen

Im Sande huschen kleine Wesen
die heimlich meine Fährte lesen
Träume gingen, Träume kamen
tausend Blüten streuten Samen

Gedanken, die der Tag nicht kennt
irrn mottengleich zum Firmament
Fragen kamen, Fragen blieben
flinke Zweifel, stets verschieden

Mitternachts treibt Duft von Regen
stille Hoffnung mir entgegen
Liebe ging und Liebe kam
ein Anfang, der kein Ende nahm

Zeit schlingt seltsam wirre Bänder
um der Jahre welke Ränder
der Mond weilt bis zum Morgen nicht
doch tausend Sterne bleiben Licht.


[ Editiert von Patricia Koelle am 17.06.09 17:12 ]

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#22 RE: Sommergedichte von Silvia 3111 18.06.2009 17:56

An die Rose


Ich mag dich nicht du Dichtermuse.
du stichst und lachst auch noch dabei.
Du hakst dich fest in meiner Bluse
gemeinste Augenwischerei!

Die anderen kannst du sicher täuschen,
mich aber nicht du Gürtelrose.
Ich fall nicht rein auf Gartenhäuschen
und traue mehr der Zwangsneurose!

Sehr viele denken bei der Rose
an Liebe, Sex und trautes Heim.
Ich an die Sexualneurose,
mich legst du nicht so einfach rein.

Nein, nein das Kraut ist nichts für mich.
Ich schone besser meine Drüsen.
Und denk verachtend an den Stich
und bleibe lieber bei Gemüsen.


***
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#23 RE: Sommergedichte von Silvia 3111 18.06.2009 17:57

Warum ist die Grille stumm?

Es fiept im Gras ein stiller Ton,
ich dachte mir, den kenn´ ich schon.
Doch irrte ich, denn diese Weise
für Menschenohren viele zu leise
gehört dem Tier, das alle kennen
und wir gemeinhin Grille nennen.

Warum so still, frag´ ich, wie schade
ins grüne Gras, die Hauszikade.
Sie weigert sich, dreht weg sich gar
und macht mir stumm nun endlich klar,
dass sie heut` sauer, doch nicht dumm
und deshalb bleibt die Grille stumm.

#24 RE: Sommergedichte von Silvia 3111 20.06.2009 18:35

SOMMER

Behäbig liegt es da, das Feld
und schützt die Tiere redlich.
Ein Wanderer, der innehält
steht leis`und unbeweglich.

Er hört die Lerche, lauscht den Grillen,
vergißt, dass er kein Obdach hat
und kämpft gegen den starken Willen,
doch durch die Hitze ist er matt.

Der Wille drängt: „Los, weiter noch!“
Der Sommer haucht: „Verharre doch!“

So setzt sich still der Wanderer
an einen Baum ins Kühle.
Er hört den Wind und innerlich
bewegen sich Gefühle.
Er döst ein wenig vor sich hin
im gelben Sonnenglimmer.
Der Wille schläft, der Wanderer schnarcht,
die Grille zirpt noch immer.

***
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#25 RE: Sommergedichte von Gemini 22.06.2009 14:22

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Sommernacht

Ich steh hier und warte auf dich.
Und so lieblich lau ist die Nacht,
wie für Liebespaare gemacht.
Ich steh hier und seh dem Mond zu,
der aus dem Ahorn sich gelöst
und nun zum Kirchturm weiterzieht.
Ich warte auf dich viel zu oft.

Ich steh unter dem Lindenbaum,
bin umfangen von seinem Duft .
Nur für mich singt die Nachtigall,
verschenkt hellperlende Strophen.
Glühwürmchen flirren durch die Luft,
die Sterne erzählen Mythen
und ich steh und warte auf dich.

Der Duft, der Gesang, das Funkeln,
alles Schwirren und Erzählen
lässt mich den Kummer vergessen.
Zeigt, Glücklichsein geht auch allein
und schön das Leben, wie es ist.
Es scheint die Nacht, sie raunt mir zu:
Lass ihn doch ziehen, werd wieder du.

***

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#26 RE: Sommergedichte von Zentoolino 24.06.2009 12:51

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Urlaubsstress

Langsam muss ich Koffer packen,
denn der Urlaub ist nicht weit.
Hosen, Schuhe, Hemden, Jacken,
Strümpfe liegen schon bereit.

Kleider, Socken, T-Shirts, Hüte,
Koffer wird nun langsam voll.
Was fehlt noch? Du meine Güte,
fast vergaß ich was, na toll!

Handtuch, Shampoo, Lappen, Seife,
Zahnbürste, Make Up und Kamm,
Lippenstift, Parfüm und Schleife,
Badeschuh, Bikini, Schwamm.

Nähzeug, Lesebrille, Bücher,
Koffer wird nun langsam schwer,
Korkenzieher, Taschentücher,
Rätselzeitung, Nessessär.

Sonnencreme, Sonnenbrille,
Lidschatten und Nagellack,
Notebook, Pfefferminzpastille,
Wäscheleine, Klammersack.

Grillanzünder, Schweinenacken,
Kohle, Zange, Pfeffer, Salz.
Muss auch noch den Grill einpacken,
Zwiebeln, Toastbrot, Öl und Schmalz.

Regenschirm für Dauerregen,
Handy, Ausweis, Schlüssel, Geld.
Stiefel, wenn viel Matsch auf Wegen,
Handschuh, Schal, wenn Schnee mal fällt.

Pillen, Rollis, Tabakdose,
Wecker, Schreibzeug, Klopapier,
Turnzeug, Nachthemd, Jogginghose,
einen Kasten Weizenbier.

Habe ich noch was vergessen?
Sicher bin ich mir da nie.
Für die Hinfahrt was zu essen,
geht auch ´s Auto in die Knie.

Ja, den Urlaub muss ich planen,
weil ich gern mal was vergess´.
Und ich stehe, Ihr könnt ´s ahnen,
permanent im Urlaubsstress.

© Leonore Enzmann 2007

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#27 RE: Sommergedichte von hei43 26.06.2009 09:00

Entwurzelt

Bizarr
gefallen

sterbendes Holz
erkennt schwimmend
die Vergänglichkeit
spiegelgleich in
harrenden
Wassern

bemerkt
an Ufern
versenkte
Schattenbilder
Vertrauter.

© Heidrun Gemähling

#28 RE: Sommergedichte von freches Früchtchen 27.07.2009 17:09

Der Sommer
© Melanie Sehland


Hörst du die Vögel, wie sie durch das Gras hüpfen?
Hörst du die Bienen, wie sie summen?
Hörst du den Sommer, wie er blüht?

Hörst du das Bächlein, wie es rauscht?
Hörst du die Grille, wie sie zirpt?
Hörst du den Sommer? Er ist da.

***
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#29 RE: Sommergedichte von Leonardos Mona Lisa 05.08.2009 21:04

Usedom
© Kathrin Sehland

Sand im Schuh, Wind im Haar,
der Himmel weit und klar.
Freiheit ohne Zeit und Raum,
Usedom, ein Sommertraum.

***
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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 04.05.13 8:11 ]

#30 RE: Sommergedichte von Midge 09.08.2009 11:56

Sonnenbrand
(c)Martina Decker

Urlaubszeit, das Wetter toll
Im Schwimmbad ist es proppenvoll.
Vom Himmel hoch erstrahlt die Sonne
Ein jeder aalt sich voller Wonne.
Dreht sich im Takt von rechts nach links
Genießt ein Eis, vielleicht auch Drinks
In stetem Wechsel Brust und Rücken
will baldigst knackig braun die Welt entzücken.

Der Tag am Abend - fast vorbei
Erhebt sich vieler Orten groß Geschrei
Statt braun nur rot und dicke Blasen
Der Sonnenfreund mag es nicht fassen
Er hat die Macht der Strahlen glatt verkannt
Die Strafe schmerzhaft - Sonnenbrand!

***

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