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#46 RE: Sommergedichte von hei43 10.05.2012 10:17

Regenguss

Aus grauen Wolken,
von Winden gepeitscht,
prasseln dichtgedrängte
himmlische Schnüre auf den Asphalt,
die als springende Regentropfen
Straßen kunstvoll zieren,

entlang geformter Rinnen
sich ungestüm fließend vereinen,
gnadenlos dem Sturz
in den dunklen Abgrund ausgeliefert,
im Rohrgeflecht der Tiefe
erst langsam wieder
zur Ruhe kommen.

© Heidrun Gemähling

#47 RE: Sommergedichte von hei43 15.06.2012 11:25

Sommer Morgen

Strahlend blauer milder Morgen,
träumerisch noch ruht das Leben
von Eile und Alltagssorgen,
Unrast und ständigem Streben.

Vögel hüpfen in den Bäumen,
Ameisen gehen ihren Gang,
Nachbars Katze schleicht durch Büsche,
Schwalben segeln am Haus entlang.

Angenehm fluten die Sinne,
Schmetterlinge flattern umher,
öffnen galant ihre Flügel,
brillieren fein im Blütenmeer.

Kleine Fliegen tanzen munter,
weiden sich im Sonnenschein,
dicke Hummeln summen rege,
berauschen sich im wilden Wein.

Es ist Sommer in der Frühe,
vom Walde her ein Bächlein rinnt,
Ähren knistern im Getreide,
der Tag nun seinen Lauf beginnt.

© Heidrun Gemähling

#48 RE: Sommergedichte von hei43 18.06.2012 19:54

Himmelsglut am Meer

Blicke treiben
über den weißen Sand,
hin zu den schäumenden Wellen,
die übermütig drängend in ständig
neuen Formationen den Strand feuchten,
dem wallenden Meer spielerisch entkommen,

sich mit beflügelten Gedanken einen,
über aufbäumende Wogen ziehen,
hin zur farbenreichen Sonnenglut
am leuchtend flammenden Firmament,
um für Momente Überwältigendes zu erleben,
der Sinne Tiefe zu entschleiern.

© Heidrun Gemähling

#49 RE: Sommergedichte von hei43 27.07.2012 09:27

Kirschenernte

Kirschen hängen voll in Reife,
freudig hüpfen Vögel umher,
picken in die süßen Früchte,
speisen oben die Bäume leer.

Tragen Beute auch von dannen,
füttern eifrig die junge Brut,
unterm Baum da naschen Kinder,
vor Entdeckern stets auf der Hut.

Pralle Kirschen sind 'ne Wonne,
sehr begehrlich in roter Pracht,
kommen alle Jahre wieder,
vom Schöpfer alles so erdacht.

© Heidrun Gemähling

#50 RE: Sommergedichte von hei43 28.08.2012 11:48

Aus wolkiger Sicht

Wolken ziehen farbenschön
geschichtet in die Weiten,
wie in Aquarell getaucht,
sichtbar in allen Breiten,

schweben unterm Himmelblau,
wenn die Sommersonne steht
zur Mittagszeit erhaben,
gezielt zum Abend dreht,

über Wiesen, bunte Felder,
aus denen Gräser ragen
mit zarten Wurzelfüßen,
sich auch ins Wasser wagen,

spüren schaukelnde Wellen
vom gleitenden Schwanenpaar,
das sich liebend gebärdet,
eine Schöpfung wunderbar,

Wolken streifen sorgenfrei
in unbestimmter Lage,
feuchten gern das Erdenrund,
zum Wohl der Menschen Tage.

© Heidrun Gemähling

#51 RE: Sommergedichte von Leonore 25.12.2012 22:37

Ein Sommertraum
Martina Lukits-Wally

Das Kreuzfahrtschiff verließ den Hafen,
Musik erklang zur Abendstund’,
als unsre Blicke sich nun trafen,
ein Lächeln lag auf seinem Mund.

Und seine Stimme klang betörend,
als er mir sang ein zärtlich Lied
von Liebesträumen, sanft beschwörend,
dass mir ein Pfeil im Herzen blieb.

Als ich dann seine Nähe spürte,
er mir gestand: „Ich liebe dich!“,
als seine Hand mich sanft berührte,
ein Feuerstrahl verbrannte mich.

Vergangen dieses kurze Glück,
das Meer, es trug ihn mit sich fort,
ich blieb am Hafenkai zurück,
doch weiter klingt in mir sein Wort.

***

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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 04.05.13 7:59 ]

#52 RE: Sommergedichte von Leonore 25.12.2012 22:39

Die Zeit des späten Sommers
Martina Lukits-Wally

Wenn die Grillen zirpen
und der Phloxstrauch blüht,
wenn der Duft der Pilze
durch die Wälder zieht,
wenn die Birken rauschen,
Vogel singt sein Lied,
schmales, stilles Weglein
durch die Felder führt.

Wenn der Abendhimmel
rot wie Feuer glüht,
zarter Nebelschleier
dort den Waldrand ziert,
wenn des Teiches Ufer
sich im Dunst verliert,
dann der späte Sommer
meine Sehnsucht schürt:

Immer möcht ich wandern,
atmen diese Zeit,
spüren voll Verlangen
die Unendlichkeit.


***

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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 21.04.13 13:42 ]

#53 RE: Sommergedichte von hei43 23.03.2013 19:31

Vorsommer

Der Mais steckt seine Spitzen
schon grün aus dem Ackergrund,
bis in die Weite sichtbar,
dazwischen tollt Nachbars Hund.

Wolken ziehen würdevoll,
lassen Sonnenstrahlen Raum,
Schatten gleiten im Wechsel
still hin zu des Himmels Saum.

© Heidrun Gemähling

#54 RE: Sommergedichte von hei43 23.03.2013 19:32

Sommerzeit am Fluss

Müde löscht der Tag sein Licht,
an Ufern säuseln Weiden
wehmutsvoll ihr Abendlied,
dass sie vom Tag nun scheiden.

Schwarze Wolken ziehn herbei,
die Nacht schenkt Leben Ruh',
verhalten flüstern Lüfte,
der Mond schaut lächelnd zu.

© Heidrun Gemähling

[ Editiert von hei43 am 24.03.13 8:22 ]



[ Editiert von hei43 am 24.03.13 9:41 ]

[ Editiert von hei43 am 24.03.13 10:10 ]

[ Editiert von hei43 am 24.03.13 10:30 ]

***

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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 04.05.13 8:04 ]

#55 RE: Sommergedichte von KarinR 23.03.2013 20:56

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Wenn schon Reim, dann richtig (Winde - scheiden ?), und bitte Rhythmus, ist wie bei einem Lied, tata tata tatatata:

Müde löscht der Tag sein Licht,
am Ufer seufzen Weiden,
besonnen klingt ihr Abendlied,
da sie noch heute scheiden.
(Wieso? Gleiche Frage gilt für die ursprünglichen Winde, warum scheiden die, die bleiben doch)

Schwarze Wolken zieh'n herbei,
die Nacht schenkt Leben Ruh',
mild gesonnen flüstern Lüfte,
und der Mond schaut lächelnd zu.

"Ruh'" und "zu" in der zweiten Strophe setzen voraus, dass auch in der ersten Strophe der dritte und vierte Absatz sich reimen. Mit "Weiden" und "scheiden" geht das, mit "Winden" eben nicht.

Du musst Dir Dein Gedicht in einer Art Singsang selbst vortragen, dann merkst Du, wo es hakt.

Ja, die Lyrik, ich war einstmals guter Dinge...

beste Grüsse,

KaRe

#56 RE: Sommergedichte von hei43 24.03.2013 08:21

Hallo Karin,

es sollte "Weiden" heißen, ansonsten möchte ich es so lassen. Du hast in Deiner Berichtigung meine Gedanken verändert, die dann nicht mehr so passen,

danke und LG Heidrun

[ Editiert von hei43 am 24.03.13 8:23 ]

#57 RE: Sommergedichte von Patricia Koelle 24.03.2013 09:14

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"Säuseln" durch seufzen zu ersetzen verändert den Inhalt, ja. Aber das rhythmisch falsche "dem" zu streichen, nicht. Und "mildgesinnt" ist schlichtweg falsch, da quietschen beim Leser innerlich die Bremsen und er wird aus der Atmosphäre des Gedichts herausgerissen.

#58 RE: Sommergedichte von hei43 24.03.2013 09:44

Hallo Patricia,

ich hoffe nun, dass bei Dir nach dem Ändern nicht mehr soviel beim Lesen quietscht,
LG Heidrun

#59 RE: Sommergedichte von Patricia Koelle 24.03.2013 09:48

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Doch, beim Rhythmus ganz arg - in der der dritten und der letzten Zeile.-
Aber ich freue mich darauf, dass jetzt Frühling wird und die Weiden wieder säuseln dürfen.

#60 RE: Sommergedichte von hei43 24.03.2013 10:12

Hallo Patricia,

habe in der dritten Zeile "wehmutsvoll" eingesetzt Ist es so besser?
LG Heidrun

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