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#1 RE: Herbstgedichte von mande 29.12.2008 15:42

Herbst
@Manfred Schröder

November.
Das letzte Gold
fliesst von den Bäumen.
Es neiget sich der Herbst,
dem Ende zu.
Überm kahlen Feld,
zum Abschiedsgruss,
ein letzter Vogelzug.

Manfred
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“


[ Editiert von mande am 17.08.10 16:14 ]

#2 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 29.12.2008 17:46

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Herbstfreude

Ein buntes Blatt zur Erde fällt
ein Anblick der mein Gemüt erhellt.
Mit letztem Zauber erstrahlt es im Licht
bevor es an Kälte und Eis erlischt.
Sonnenstrahlen schüren noch Glut
lässt Blätter leuchten, purpurrot.
Es fallen noch viele bunte Blätter
und tanzen im Winde.
Ich bin auf der Suche
ob ich noch ein Schöneres finde?
Es gelingt mir nicht!
Aus dieser großen Farbenpracht
habe ich dir heute ein „Schönes“ mitgebracht.

Helga Gebhardt

#3 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 29.12.2008 17:49

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Herbstzeit

Eine Schönheit von Baum
erscheint mir heut, welch ein Traum.
Buntes Laub, gewaltiges Blättermeer
wiegt lautlos,hin und her.
Herbstwind und letzte Sonnenstrahlen
beginnen ein Zauberbild zu malen.
Ein letzter Gruß mit Farbenpracht
vom Herbst für uns so ausgedacht?
Leise,fällt Blatt für Blatt
höre, was es mir zu sagen hat.
Mit Silberfäden haben Spinnen
dieses Meisterwerk bestickt;
Leise erklingt ihre Melodie,
ihr Totentanz kann nun beginnen.
So hat der Herbst ein Abschiedslied parat
ein Jeder kann es hören - auf seine Art.

Helga Gebhardt

#4 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 29.12.2008 18:04

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Herbst

Lustig fliegen bunte Blätter im Wind
und ich freue mich wie ein Kind.
Wer malte sie so an?
wer war der lustige Malermann ?

Der Herbst malte sie gelb, grün und braun
wie schön sind sie doch anzuschauen.
Der Wind, er bläst seine Wangen auf
und fegt die Blätter zu einem Hauf.

Doch lange liegen sie nicht dort,
schon fegt er sie wieder fort.
Es ist ein lustiges Treiben vor dem Haus,
ihm geht nicht mal die Puste aus.

Der Herbst schloß mit dem Wind einen Pakt
und sie machten alle Bäume nackt!
Recht trostlos schauen sie nun daher;
doch der Frühling bringt uns
ein neues Blättermeer.

Helga Gebhardt

#5 RE: Herbstgedichte von mande 30.12.2008 12:37

Herbst II
@manfred Schröder


Wenn die Blätter von den Bäumen schweben,
als kämen sie aus weitem Himmel her.
Ich denk dann oft, so auch eben.
´Ach, wenn ich doch ein Strassenfeger wär!
Wenn ich doch ein Strassenfeger wär!´

Hier im Büro, die Blätter sich nur türmen,
zu einem Berg, es werden immer mehr.
Dann möchte ich nach draussen stürmen.
´Ach, wenn ich doch ein Strassenfeger wär!
Wenn ich doch ein Strassenfeger wär!´

Manfred
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“



P.S.:
Philosoph Wittgenstein hat sich auch betätigt eine Zeitlang als Gärtner.
Warum nicht selber Strassenfeger sein!


[ Editiert von mande am 17.08.10 16:15 ]

#6 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 03.01.2009 17:54

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Spuren im Herbst

In ein Meer der Farben tauchen meine Sinne
welch leuchtende Harmonie.
Auf einem Weg der Blätterspiele
schreite ich dahin
und spüre, das ich hier glücklich bin.
Sonnengelbe und braune Töne
grün umrandet noch manches Blatt;
es ist eine Botschaft
die mir was zu sagen hat.
Hoffnung
ist auch das Grün der Natur
und ich erkenne sie
als ihre Spur.

Helga Gebhardt

#7 RE: Herbstgedichte von mande 05.01.2009 17:32

Herbst und Frühling
Gehen und Wiederkommen

@Manfred Schröder

Als ich mich
zur Ruhe legte,
rauschten Wildgänse
gen Süden.
Als ich erwachte,
kehrten sie
lärmernd heim.

Manfred
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“


[ Editiert von mande am 17.08.10 16:15 ]

#8 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 06.01.2009 22:08

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Windspiele

Mit den letzten Blättern spielt der Wind
bis er dieses Spiel gewinnt.
Herbst hat es ihm leicht gemacht
für die Blätter etwas ausgedacht.
Schenkt ihnen ein buntes Kleid
macht sie für den Abschiedstanz bereit.
In Freudenstimmung fliegen sie herum
schnell verlieren sie den Halt
fliegen kreuz und quer,
finden ihren Baum nicht mehr!
Vom Wind auf den Boden getrieben
müssen sie dort für immer liegen.

Helga Gebhardt

#9 RE: Herbstgedichte von mande 07.01.2009 12:47

Spätherbst
@Manfred Schröder


Es verdichtet sich der Herbst;
ein letzter Farbenglanz.
Die Schneefrau naht vom Berge
und der Strassenfeger Franz!

Manfred
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[ Editiert von mande am 17.08.10 16:16 ]

#10 RE: Herbstgedichte von linni50 08.01.2009 10:06

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Herbstlaune


Früher Morgen, Nebelschleier über Wiesen,
Kälte nagt an meinen Händen.
traurig bunte, nasse Blätter verloren die Äste.
Stille, müde Bäume am Wegesrand.

Sonnenlicht hinter der grauen Wand.
Langsam zieht der Nebel.
Letzte nasse Schwaden lösen sich auf.
Sieh nur, farbenprächtig, glitzernd die Natur.

Ingrid Linnenberger

#11 RE: Herbstgedichte von uwe hartig 02.02.2009 15:56

Herbst ist da
von Uwe Hartig

Ein Sonnenstrahl wärmt uns noch Bauch und Rücken
der letzte bunte Sommerstrauß
soll leere Tische schmücken
und bringt die schlechte Laune raus
Der Herbst will uns mit seinen Farben prahlen
Gevatter Frost wird alles bald mit Reif bemalen
und erhält dafür Applaus

Rot und gelb erstrahlt der Baum im satten Glanz
und hat sein Kleid bald abgestreift
Herr Wind bittet mit Verlaub zum Tanz
die letzte Frucht ist längst gereift
Und ist es Abend, drängt das Vieh nach Haus
die letzte Reblaus, haucht ohne Grün ihr Leben aus
wenn sie des Winter's erster Atem streift

Die Brache liegt jetzt scharf gepflügt
das schwarze Feld ist wohl bestellt
und wenn des Bauern Blick nicht trügt
sind schon die Winterzäune aufgestellt
Die Türen zu Haus und Hof sind fest verschlossen
nur leises Knistern im Kamin, lässt uns auf Wärme hoffen
dort hinten zieht ein Hase übers Stoppelfeld

Im wolkenschwerem Himmel schwärmen tanzend Drachen
dazwischen drängen flügelschlagend,wilde Gänse in den Süden
Das Lied des Windes ist vermischt mit Kinderlachen
die pralle Jugend lässt sie nie ermüden
Sommer ade’, Scheiden tut weh
weiß der Bauer und riecht schon den ersten Schnee
sogar der schöne Eisenhut verliert die letzten Blüten

Im Wald und Feld und Flure stehend
schau ich dem bunten Sterben zu
Bin doch gewiss,die Erde wird sich weiter drehen
wenn längst schon ich liege, zur letzten Ruh
O ‘ lasst mich rufen Damen und Herren auf den Emporen
Bald wird ein neuer Tag geboren
Und der Winter bringt den Hochzeitsschuh

[ Editiert von uwe hartig am 04.02.09 16:55 ]

#12 RE: Herbstgedichte von Heidrun 11.02.2009 17:10

Herbst

Ich liebe diese Herbsttage,
wenn der Wald rotgrüngoldenblau brennt.
Ich liebe nebelhafte Gespinste über
sterbendem Beerengesträuch,
taunasse, gelbende Gräser,
die lila Gesichter der Herbstzeitlose,
Silberdisteln am Wegesrand.
Ich liebe den unwirklich blauen Himmel,
wenn die Sonne die sterbende Natur tröstet.
Ich liebe die Spatzenschelte im noch dichten Laub,
das letzte Insektensummen in frostgequälten Blüten.
Ich liebe das herbstliche Sterben
mit der Hoffnung auf ein Wiedererwachen.

#13 RE: Herbstgedichte von mande 11.02.2009 19:44

Herbst
@Manfred Schröder

November.
Einsame Schritte im Park.
Das fallende Laub-
ein Gleichnis
der Vergänglichkeit.
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“


[ Editiert von mande am 17.08.10 16:16 ]

#14 RE: Herbstgedichte von Jensengard 12.02.2009 08:14

Der Zug der Kraniche.

Sieh am Himmel der Wolken Firmament
Ein Vogelschwarm den jeder kennt.

Der jedes Jahr zur selben Zeit,
sich prachtvoll stets am Himmel zeigt.

Die Kraniche gen Süden ziehen
um vor dem Winter zu entfliehen.

Ach wenn mein Herz ein Kranich währ,
die Sehnsucht trieb mich,
ich wollt hinterher.

© Kartheus Jens

Herbstreigen

Auf dem Feld und rund ums Haus
blühen alle Blumen aus.

Fahren die letzten Ernten ein,
scheint es wieder Herbst zu sein.

Die Menschen tanzen mit Wein und Gesang,
feiern froh den Erntedank.

© Jens Kartheus

#15 RE: Herbstgedichte von Carroddi 10.03.2009 13:48

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Gedanken im Herbst

Die Wahrheit im Blätterbaum

Geboren und verlassen,
bereits vor langer Zeit.
Du hast mich hier gelassen,
in Kindereinsamkeit.
So viele lange Jahre,
hab ich nach Dir geweint,
gehofft daß einst das Schicksal
uns beide wieder eint.

Nach langen dunklen Stunden,
nach Wochen - vielen Jahren,
hast Du Dir dann gedacht,
dass es zu viele waren.
Zu viele leere Zeiten,
voll Trauer, Hass und Schmerz.
"Komm zu mir, kleine Tochter -
ich heile Dir Dein Herz!"

So viele tausend Fragen,
und doch nur diese hier:
Kann ich Dir jetzt vertrauen,
gehör ich jetzt zu Dir?
Ich war doch noch ein Kind,
grad 18 Jahre alt.
Ich suchte Dich, mein Vater,
mein Herz war furchtbar kalt.

Ich hatte diese Hoffnung,
den Traum vom Kinderglück!
Wenn auch ein wenig spät -
doch es gab kein zurück.
Der Flug zu Dir war schrecklich,
die Angst wollt mich zerstören.
Zwölf endlos lange Stunden,
konnte ich sie hören.

Und dann kam der Moment,
an dem ich Dich dort sah!
Mein Vater, bist das Du?
Ist es wirklich wahr?
Glückliche Momente,
vergessen all das Leid,
zwei wundervolle Wochen
in trauter Zweisamkeit.

Ich wollt nicht mehr nach Hause,
auch wenn mein Leben dort
geregelt war und glücklich,
an meinem Heimatort.
Der Abschied war voll Tränen,
doch dieses Mal ging ich.
Ich ließ Dich dort alleine,
zerrissen fühlt ich mich.

Es folgten dem zehn Jahre,
in denen ich begriff.
Die Sache mit dem Vater,
ist wie ein sinkend Schiff.
Er war noch immer Lügner,
ein guter obendrein.
Und jedes Mal aufs neue,
fiel ich daruf herein.

Es schmerzte mich so unsagbar,
Dich nochmal zu verlieren.
Hatt ich doch fest daran geglaubt,
wir könnten es probieren.
Ein Freund, der wolltest Du mir sein,
ein guter Kamerad.
Und hinter Deinem warmen Lachen
lauerte Verrat.

Du hast mich schon einmal zerbrochen,
zwei Jahre war ich alt.
Ich dacht so lang: ich habs verbrochen,
ein Kind, so leer so kalt.
Ich hab so sehr geweint nach Dir,
achtzehn Jahre bald.
So bitter fühlt sich das nun an,
wie toter Blätterwald.

Ach Vater, was hab ich getan,
ich bin Dein eigenes Kind!
Warum tust Du mir das an,
schlägst mich in den Wind?
Ich wollte niemals was von Dir,
nur Deine Lieb so sehr.
Und nun bin dreißig Jahr ich alt,
das Herz vom Kummer schwer.

Nochmal verlassen hast Du mich,
ich hab Dir nicht genügt.
Nur weil ich einen Vater wollt,
der mich nicht mehr belügt.
Ich wünschte nur, ich könnt zurück,
in meine Kindertage.
Warum? Nun Vater hör gut zu,
was ich Dir dazu sage.

Als Kind hat mir mein Herz so sehr,
geblutet von Deiner Tat.
Doch hatte ich die Träume noch,
um die ich nächtlich bat.
Träume von Dir, so bunt gemalt,
ganz so wie ich sie wollt.
Ich hab geglaubt der Papa kommt,
mein Held der mich bald holt!

Und heut, mein Vater, habe ich,
den lieben alten Traum
beerdigt in der Wahrheit Grab,
unter einem toten Baum.
Der Wind, der sich so sanft und leise
im Geäste wiegt,
hat meinen Traum mit fortgeweht,
die Wahrheit hat gesiegt.

© Carmen Rodrigues

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