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#46 RE: Herbstgedichte von mande 13.08.2010 19:23

Herbst IV

Hunderwasserfarbenblätter
schweben sanft zur Erde nieder.
Und die Vögel in den Bäumen,
singen ihre Abschiedslieder.

Einsam werden nun die Tage
und das Herz, es fühlt sich leer.
Da bricht die Sonne durch die Zweige;
der Wald, er steht im Lichtermeer!

@Manfred Schröder


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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

#47 RE: Herbstgedichte von mande 13.08.2010 19:26

Herbst V

Das Laub, es raschelt auf den Wegen;
die Bäume stehen blattentweht.
Der Wind ist kalt und mit ihm Regen.
Am Berge schon die Schneefrau steht!

@Manfred Schröder

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[ Editiert von mande am 17.08.10 16:21 ]

#48 RE: Herbstgedichte von hei43 05.09.2010 21:07

Windmelodien

In den Bäumen
lärmt der Wind
teilt die brausenden Klänge

bläst und wirbelt ungestüm
das Tongewirr
übermütig
kreuz und quer
faucht es zur Höhe
Gauklerspielen gleich
stöhnt launig seine Akkorde
hinunter ins Erdengeheul.

© Heidrun Gemähling

[ Editiert von hei43 am 07.09.10 16:21 ]

#49 RE: Herbstgedichte von linni50 07.09.2010 22:37

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Sommerende

Sommer schlurft müde durch umgepflügtes Feld.
Er weiß, bald wird er abbrechen sein Zelt.
Lächelt weise, hatte ein schöne Zeit,
lichtdurchflutet, warm und voll Heiterkeit.
Noch einmal reißt er sich zusammen und springt,
wird von tausend Sonnenstrahlen umringt.
Sein Strohhut rutscht ihm ins Gesicht,
verflixt noch mal, er will noch nicht.
Der Herbst läuft pfeifend am Sommer vorbei,
grüßt freundlich und flüstert: “Verzeih!”
Der Sommer verneigt sich, und hebt seinen Hut.
Ein kühler Wind, ein buntes Blatt, vorbei die Sommerglut.

#50 RE: Herbstgedichte von mande 08.09.2010 14:28

Herbstabend

Woher hast du Kunde, Mond,
dass ich am nebelverwischten Ufer
in meinem Boote sitze?
Doch es freut mich,
dass du mir Gesellschaft leistest,
in meiner Einsamkeit.

@Manfred Schröder


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#51 RE: Herbstgedichte von Patricia Koelle 21.09.2010 14:56

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Besuch im Herbst
(c) Patricia Koelle

Erinnerung legt unsichtbare Bilder
uns flüchtig auf die herbstlich kühlen Gleise
ich kenne deinen Schritt schon aus der Ferne
du trittst für alles ein auf deine Weise

Du hebst die Welt mir heut noch aus den Angeln -
mit deinem Lachen konntest du das immer -
hängst sie mir bunter, größer, wieder auf
gespiegelt im Septemberpfützen-Schimmer.

Der Friedhof drüben ist ein stummer Zeuge:
dort wachen steinern unvergänglich Raben
Jahrzehnte über Leben und Geschichten
die sie uns ungeniert im Voraus haben.

Ein Krokus keimt darunter schon den Frühling
Gewesenes erscheint mir wie geträumt
doch deine Stimme ist so tief vertraut
auf Goldgrund tritt der Abend lichtgesäumt.

Die alten Blätter fallen still und langsam
beim Abschied. Unsern Zeiten bleiben Reste.
Wir halten uns für einen Augenblick,
als stiegen sie so wieder an die Äste.

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#52 RE: Herbstgedichte von Silvia 3111 22.09.2010 11:51

Das Blatt


Ein Blatt im Herbst vom Baume fiel,
es blieb´ so liegen ohne Ziel.
Der Wind bewegte es ein Stück,
das Blatt empfand es als ein Glück,
dachte es doch, es sei vorbei
mit Arbeit, Alltagseinerlei,
als es ganz früh vom Baum gesegelt.

Hatt´ Höheres nicht ihm eingegeben,
dass Blätter , wenn es herbstlich wird,
dem Ende nah sind mit dem Leben ?
Genau so ist´s seit altersher
und deshalb legt sich unser Blatt
zur letzten feuchten Ruhestatt.

„Halt! Nicht so schnell,“ piepst´s aus dem Laub.
Das Blatt versteht nichts, da fast taub
und lauscht ins Unterholz genau,
wo sichtbar wird die Igelfrau,
die munter fiept und jede Wette
sie macht das Blatt zum Igelbette.

Glücklich die beiden und sehr schlau,
verbringen sie den Winter
gemeinsam nun im Igelbau.
Selbst, wenn Du glaubst, das Ende naht,
verbirgt sich oft in einer Ecke
ein völlig neuer Lebenszwecke.

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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 03.10.10 12:31 ]

#53 RE: Herbstgedichte von linni50 24.09.2010 07:45

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Herbstgedanken

Frecher Wind wirbelt bunte Blätter,
Drachen tummeln sich im Himmelsblau.
Süßlicher Duft durchströmt den Weinberg.
Nebelschwaden hängen über triefenden Bäumen.
Körbe gefüllt mit geernteten Früchten.
Pilze wachsen im muffigen Boden.
Kalter Regen prasselt auf unruhige Schirme.
Krähen lauern auf umgepflügtem Feld.
Wehmut macht sich breit. Sterben der Natur.

#54 RE: Herbstgedichte von kalanchoe13 24.09.2010 10:07

aufgezehrt

nebelscharf
der Chrysanthemengrund
aufgezehrt vom
fächelnden Wind

verblichen
der blaue Übermut
aufgesogen vom
Blattgold

beflügelt
der Lüfte Pfade
aufgegangen im
Kreuz des Südens

zerronnen
das Farbenspiel
aufgelaufen an der
Klippe der Kälte

Katharina Britzen

#55 RE: Herbstgedichte von hei43 29.09.2010 12:55

Morgenstimmung

Es lugt die Sonne
durch Ast und Strauch
der Morgen wird lebendig
Nebel steigen in junger Helle
flüchten still vom Wiesengrund

lassen Spuren gläserner Perlen
beim Gruß des Morgens
sichtlich schmelzen
vereinen sie
mit dieser Welt.

© Heidrun Gemähling

[ Editiert von hei43 am 29.09.10 15:43 ]

#56 RE: Herbstgedichte von Andere Dimension 29.09.2010 20:21

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Im Gewand der späten Tage


Im Gewand der späten Tage,
setzt die Zinnie sich zur Ruh,
müde, von dem Festgelage,
als sie blühte- immerzu.

Und so hört man ihr Geschnarche,
aus des Herbstes tiefen Schlund,
träumend, von der guten Gage,
malte sie die Welt doch bunt,

den Wiesen Sternchen ins Gesicht,
mit einem gelben Schimmer,
der Sommer, er versteckt sich nicht,
sitzt nur im Wartezimmer.

[ Editiert von Andere Dimension am 30.09.10 13:39 ]

#57 RE: Herbstgedichte von Andere Dimension 02.10.2010 09:14

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Trasse der Stille


Als die frühe Sonne
vom Schemel stieg,
um dem eisigen Wind
die Stirn zu bieten,
fegten wir das Laub
von der Trasse der Stille
und rutschten hinab
in ein herbstliches Rot.

*

Herbestgedichte-Blog

[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 10.09.13 8:26 ]

#58 RE: Herbstgedichte von mande 02.10.2010 09:38

Herbstmorgen im Oktober

Wie ruhig und so stille;
der Nebel steht in halber Höh´.
Verzaubert sind die Felder
und der nahe See.

Behutsam meine Schritte;
der Pfad ist kaum zu seh´n.
Einen Raben hör´ ich rufen;
traumhaft im Nebel zu geh´n!

© Manfred Schröder



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[ Editiert von mande am 02.10.10 17:52 ]

[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 03.10.10 12:24 ]

#59 RE: Herbstgedichte von Andere Dimension 07.10.2010 18:43

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Römischer Herbst

Die Muse zieht in stille Wälder,
der Tag fegt Laub in dunklen Gassen,
die Krähen spähen aus die Felder,
wo Keim und Korn sich picken lassen.

Der Herbst schält sich aus Gottes Ähren,
die Vögel pfeifen von den Zinnen,
der Zweig kann sich gesund ernähren,
weil Güsse von den Blättern rinnen.

Die Nacht schmiegt sich an Lunas Wangen,
der Dichter schreibt Gedanken nieder,
die Venus ist im Mai gegangen
und kehrt in Ceres Atem wieder.

#60 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 11.10.2010 17:50

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Erleuchtung

Leuchtente Farben,warm und bunt
Sonnestrahlen enttarnen
nahenden Herbst und geben kund:
Früchte sind reif,dick und rund
Will der Herbst gar warnen?
Eile ist geboten
bevor erstarrt im Frost der Boden.

Herbstzauber ein Zyklus der Natur
Suchen und finden wir seine Spur.
Jahreszyklus ist
mit Lebensalter zu vergleichen,
jede Spur setzt eigne Zeichen.


Helga Gebhardt@

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