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#61 RE: Herbstgedichte von Patricia Koelle 19.10.2010 08:28

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Frühe Minusgrade

In atemlos erstaunter Stille lief
heut erster Frost durch überraschte Nacht
und hat eiskalt die späte schwüle Pracht
der Dahlien angezählt. Sie hängen tief.

Aus zitternd goldnem Licht gebaut
erschien uns gestern noch die Stadt
bis Winterahnung sie erschüttert hat.
Die Blätter fallen, fallen ohne Laut

und Erde trägt nun flüchtiges Gewand
das, in der Geisterstunde weich gestürzt,
bunt wärmend unser tiefes Schauern kürzt:
noch hält das Leuchten trotzig stand.

Die wilden Gänse schwatzen, treiben
sich plötzlich eiliger nach Süden
eh sie im Morgen doch ermüden.
Sich fremd gewordne Schwäne bleiben.

Nur für die Stunde des Erwachens
trägt dunkles Wasser zarte Haut -
malt Brüche, Falten, gluckert, taut
als Echo eines Sommerlachens.

Die letzten Mücken tanzen aufgewühlt
wo rau auf schreckerstarrten Gräsern klebt
der Glanz des Reifs, der unsre Sehnsucht hebt,
hell dekoriert und sanft verhüllt - und kühlt.

*

Herbstgedichte-Blog

#62 RE: Herbstgedichte von mande 19.10.2010 09:32

Abschiedsgesang

Der Herbst als bunter Harlekin,
er begleitet meinen Gang.
Und mit den Blättern raschelt er,
Abschiedsgesang!


@Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

#63 RE: Herbstgedichte von mande 07.11.2010 10:48

Beim Blick aus dem Fenster heute morgen.

Die letzten Herbsttage

Bäume stehen blattentweht,
die kahlen Felder liegen grau.
Am Berge schon die Schneefrau steht;
es weht ihr Atem, kalt und rauh.
Am Himmel zieht die Vogelschar;
im Garten hockt ein Rabenpaar.

@Manfred Schröder

***

Herbstgedichte-Blog

#64 RE: Herbstgedichte von hei43 08.11.2010 20:28

Blättersterben

Noch
halten Blätter sich
in ihrem Sterben
nähren sich vom Lebenssaft
und im Spiel der Farben
weilt ein Leuchten
wundersam

erst
wenn Stürme brausend toben
lösen Blätter ihren Halt
wirbeln frohgelaunt hernieder
wild getrieben

Gaudium der Zeit.

© Heidrun Gemähling

#65 RE: Herbstgedichte von hei43 11.11.2010 18:38

Herbstwald

Bunte Blätter
lösen sich leise,
wirbeln spaßig wild umher,
spielen Fangen in den Winden,
und im Schein der tiefen Sonne
meistern Mücken ihren Tanz,
spüren Nebel
feuchter Erde
langsam steigen,
hinauf zum Lärm der Raben,
die sich in den Bäumen einen.

© Heidrun Gemähling

#66 RE: Herbstgedichte von hei43 17.11.2010 17:57

Ruf der Wildgänse

Keilförmig
ziehen sie
übers Land,
erste sichtbare
lange Ketten am Himmel,
hörbare Rufe nähern sich
schnatternd im Wechsel
mit dumpfen Lauten
einer Trompete
beim Flug in
den Süden,
dem Winter
weichend.

Schauspiel
der Zeit.

© Heidrun Gemähling

#67 RE: Herbstgedichte von kalanchoe13 04.09.2011 16:14

Schau ins Land
Katharina Britzen

Schau ins Land,
das schier aus der Fasson geraten
mit seinen aufgegangenen Saaten.
Schau ins Land!

Trink den Kelch,
der aufgetischt in neuer Runde,
der köstlich klingt in aller Munde.
Trink den Kelch!

Hab Freude dran,
es war der vielen Mühe wert,
die sein Taktstock uns beschert.
Hab Freude dran!

Dank sei ihm,
für seiner Früchte Brot,
seines Schoßes Angebot.
Dank sei ihm!

#68 RE: Herbstgedichte von hei43 06.10.2011 13:34

Herbstliches Treiben

Wolkengrau und sturmgeladen
fegen Winde durch das Land
treiben Blattwerk in die Weite
feurig' kleinen Drachen gleich

wirbeln frohgesinnt im Kreise
jauchzen noch ein letztesmal
segeln dann der Zeit ergeben
hin zu erdiger Bleibe.

© Heidrun Gemähling

[ Editiert von hei43 am 07.10.11 18:05 ]

#69 RE: Herbstgedichte von hei43 07.10.2011 18:07

Herbstreife

Verblüht
so manche Zierde

der Herbst berührte sacht
zu Ende der Sommer
vorbei die schöne Pracht

kupfern leuchten Blätter
Winde wehen herbei
rau werden die Wetter

genussvoll nun bereit
reife süße Früchte
es herbstet weit und breit.

© Heidrun Gemähling

[ Editiert von hei43 am 04.05.12 18:55 ]

#70 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 09.10.2011 18:24

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Herbstliche Begrüßung

Welch farbenprächtige Schau,
Perlenkristalle, funkelnder Tau.
Mit zaghaften Sonnenstrahlen im Duett,
glitzernde Tropfen im Spinnenbett.
In Windeseile versiegende Tropfen,
erheben sich zum Tanz,
verloren sind Schönheit und Glanz.
Welch ein kurzes Stelldichein -
von Tau und Sonnenschein.

Schon ersinnen Sonnenstrahlen
Farbenspiele, taufrische Perlen anzumalen.
Doch eines, ja dass weiß ich schon -
bald trägt der Wind auch sie davon.

Helga Gebhardt

#71 RE: Herbstgedichte von hei43 24.10.2011 12:17

Freiheitsdrang

Farben sinken
beflügelnd und frei
erleben die Momente
die den Kreislauf der Zeit
zum Besonderen werden lässt
gemäß einer erhabenen Größe
deren ewig bestehende Wunder
sich in seinen Werken spiegeln

dieses vergehende Jahr mit
einer bunten Krone belegt
der staunenden Welt das
Vergehen erleichtert.

© Heidrun Gemähling

#72 RE: Herbstgedichte von hei43 24.10.2011 12:19

Eistrauben

Eisbeladen
stockgebunden
schmücken Reben
des Berges Hang
kalte Sonne
späte Lese
wandeln
Trauben
zu edlem Trank.

© Heidrun Gemähling

#73 RE: Herbstgedichte von mande 03.11.2011 06:30

Der Herbst nimmt Abschied.

Der Herbst nimmt Abschied.
Der Baum, vor meinem Fenster,
steht kahl und blattverweht.
Und mit den Blättern,
flog auch der letzte Vogel,
der frohe Sänger,
mancher Morgenstunde,
in südliche Gefilde.
Doch,
vielleicht wird morgen schon,
die blasse Schneefrau
Quartier in meinem Garten nehmen
und Eisblumen,
mir an die Fensterscheiben zaubern.


@Manfred Schröder


[ Editiert von mande am 03.11.11 6:33 ]

#74 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 07.11.2011 13:54

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Novembergefühl

In Feld und Wald erkennbare Spur,
schlafend begegnet uns die Natur,
eingehüllt von Nebelschwaden.
im Aufbruch flüchtende Vogelscharen.
Ihre Schreie hoch am Horizont,
verdeckt in grauer Wolkenfront
durchbrechen die Stille der Zeit,
spüren,der Winter ist nicht mehr weit.

Letzte Farben schnell verblassen,
erstickt im faden Novembergrau.
Auch trübe Tage werden uns verlassen,
Frühling kommt mit bunter Schau.


Helga Gebhardt

[ Editiert von MALEREIN am 19.12.11 11:08 ]

#75 RE: Herbstgedichte von hei43 17.11.2011 12:27

Herbstlaub

Es wandelt die Zeit
wird beständig bunter
Blätter lösen sich vom Stamm
tanzen munter mit den Winden
wirbeln zu Spiralen

legen nieder sich in Ecken
wachsen hin zu einer Schar
füllen Wege
liegen vereint
bis raschelnde Schritte
sie vertreiben.

© Heidrun Gemähling

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