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#76 RE: Herbstgedichte von mande 12.12.2011 10:45

Das letzte Blatt
fällt vom Baum.
Herbstwindmusik
bittet zum Abschiedstanz.

@Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

#77 RE: Herbstgedichte von mande 16.01.2012 09:55

Herbstabend

Ein allerletzter Vogelflug;
dann verweht der Wind
auch seine Spuren.
Ein alter Fischer
sitzt in seinem Kahn.
Es nähert sich der Mond,
Gesellschaft ihm zu leisten.

@Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

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[ Editiert von mande am 16.01.12 9:56 ]

#78 RE: Herbstgedichte von baroque 31.01.2012 12:13

Doch bin ich nicht alleine


Gold fliest von den Bäumen,
des Sterbens vertrauter Klang.
Frühling bleibt mein träumen,
den ganzen Winter lang.

Doch bin ich nicht alleine,
es kommet dann und wann,
zu mir der alte Rabe,
mit dem ich plaudern kann.

Dann sitzen wir beisammen,
im Ofen glüht der Scheit.
Und oft erzählt er Sagen,
aus längst vergangner Zeit.

@M. Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“




[ Editiert von baroque am 31.01.12 17:38 ]

#79 RE: Herbstgedichte von hei43 14.04.2012 16:31

Bunte Welt

Als würde der Herbst sich schämen,
steigt die Röte in sein Gesicht,
schreitet durch bergige Wälder,
folgt dem müder werdenden Licht.

Wandert weiter durch die Täler
und begleitet des Bächleins Spur,
hört frohgemuten Vogelsang
auf seiner regen Farbentour.

Spürt steigende Morgennebel,
haucht kühlen Odem in das Land,
lauscht des Sommers matte Klage
mit welken Blüten in der Hand.

Überall ein golden Leuchten,
bleiben möchte der Sonnenschein,
doch bald Winde Blätter greifen,
keines bleibt an Zweigen allein.

© Heidrun Gemähling

[ Editiert von hei43 am 04.05.12 18:57 ]

#80 RE: Herbstgedichte von hei43 24.04.2012 12:36

Herbstliches Vergehen

Es rauscht im Herbst so sonderbar,
frohgemut sind Vogelstimmen,
wiegend senken Bäume ihr Haupt,
streifen tiefe Gründe sogar.

Aus den Wolken bricht der Regen,
feuchte Düfte steigen empor,
farbig werden schon die Blätter
über dunkel glänzend' Wegen.

Abschied ist ein ewig Leiden,
da hilft kein Seufzen und Wehren,
doch hoffnungsvoll das Wissen macht,
Leben ist Kommen und Scheiden.

© Heidrun Gemähling

[ Editiert von hei43 am 04.05.12 18:58 ]

#81 RE: Herbstgedichte von baroque 11.06.2012 19:22

Der Herbst

Die Bäume sich erlauben;
schon fallen die Blätter.
Es windet sich der Herbst,
mit seinem Wetter.

Kein Vögeln in den Zweigen;
Niemand jagd den Wurm.
Ich blicke aus dem Fenster;
Herbstmelodie mit Sturm.

Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“


[ Editiert von baroque am 11.06.12 19:24 ]

#82 RE: Herbstgedichte von hei43 08.09.2012 09:05

Herbstliche Strahlen

Still ziehen Nebelschwaden
am waldigen Berghang entlang,
durchdringen malerisch des Morgens Weite
mit milchigen Himmelsstrahlen,
die sich in glasklaren Tautropfen zu baden scheinen,
im Moder des Vergänglichen
sogleich verschwinden,
dem Duft der Frühe
erlegen.

© Heidrun Gemähling

#83 RE: Herbstgedichte von Zicke1 23.09.2012 12:52

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Auch dann…

Über die kahlen Bäume weht der Wind.
Verborgen das Himmelblau,
Verwelkt das Rosenrot,
Verloren das Lachen?
In meiner Hände Schale trage ich dein Herz.

von Astrid Schulzke

[ Editiert von Zicke1 am 23.09.12 17:45 ]

#84 RE: Herbstgedichte von hei43 28.09.2012 13:00

Heulender Herbst

Traurig scheint der Wind zu sein
im bunten Blättertreiben,
seufzt über Stoppelfelder,
möcht' treu dem Sommer bleiben.

Doch drängen wilde Kräfte
wie von unsichtbarer Hand,
formen ihn zum Sturme,
verwüstet das ganze Land.

Durch Bäume dringt sein Heulen,
schaurig die herbstliche Zeit,
Nebel bedeckt das Sterben,
der Winter ist nicht mehr weit.

© Heidrun Gemähling

#85 RE: Herbstgedichte von hei43 01.10.2012 13:28

Ein Tag in bunter Welt

Lebhaft raubt des Windes Eile
gelöste Blätter fort vom Stamm,
lässt sie schweben eine Weile,
hoch hinaus zu des Berges Kamm.

Gleiten weiter wild von dannen,
wüst der Windstrom gern entfacht
buntes Treiben auch durch Tannen,
mit Schelmen Augen er es macht.

Abends dämpfen zarte Schleier
das Farbenspiel, trüben die Zeit,
Enten schnattern grell am Weiher,
die Nacht bedeckt sanft Freud und Leid.

© Heidrun Gemähling

[ Editiert von hei43 am 01.10.12 17:05 ]

#86 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 04.10.2012 14:59

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Einkehr

Herbst hält Einzug ins Land.
zum Abschied
reicht er noch einmal die Hand.
Schenkt rote, goldbraune Farben satt,
vergoldet Blatt für Blatt.
Bis der Himmel grenzenlos ergraut
sendet er auf Winters Geheiß
erste Flocken,erstes Eis.
Nebelschwaden
von dicken Wolken getragen
weben ein Band;
in diesen Fängen der Natur
ruht nun manche Kreatur.

Helga Gebhardt

#87 RE: Herbstgedichte von Zicke1 13.10.2012 11:03

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Hundswetter

Blitzblödes, grausig Ungewetter
Es schießt und prasselt auf mich nieder
Wo bleibt er nur, mein Held, mein Retter,
es zittern mir schon alle Glieder.

Der Baum scheint mir kein Heil zu bringen
Ein Ast streift lässig meinen Kopf
Konnt` gerade noch zur Seite springen
Sturzfluten nässen mir den Schopf.

Vermaledeites Herbstgestürme
Das bunte Laub tanzt einen Reigen
Zu meinen Füßen das Gewürme
Will mir wohl einen Ausweg zeigen.

Am Himmel drohen Donnerwolken
ergießen sich aus vollen Kannen
Poseidon hat die Kuh gemolken
Gefährlich neigen sich die Tannen.

Bis auf das Hemdchen wassertriefend
Erreiche ich mit Müh das Haus
Der Gatte auf dem Sofa liegend
Sagt nur: „Was gehst du da auch raus!“

*

Herbstgedichte-Blog

#88 RE: Herbstgedichte von MALEREIN 15.10.2012 14:51

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Herbstbeginn

Im bunten Kleid kommt er daher.
getarnt im leuchtenden Blättermeer.
Herbst bringt Nebel und Wind
im Wettlauf, wer zuerst beginnt.
Wind faucht durchs lichte Geäst
dabei kein Blatt am Baume lässt.
Heftiges Schütteln an der Baumes Krone
damit sich seine Mühe lohne.
Nebel webt sein graues Band
bedeckt geschwind das ganze Land
Es ruhen jetzt die kahlen Bäume,
und versinken nun in tiefe Träume.

Helga Gebhardt

#89 RE: Herbstgedichte von hei43 15.10.2012 18:29

Des Ahorns Schönheit

Wie goldene Sterne
aus leuchtender Morgenröte
sinken Farben des Herbstes
in feuchten nebeligen Grund,
belegen ihn mit feinsten Ornamenten
zu glanzvollem Schmuck,
dessen Anblick
zum Verweilen regt,

bis winterlicher Eifer
das farbige Bühnenbild
weiß behängt.

© Heidrun Gemähling

#90 RE: Herbstgedichte von Zicke1 20.10.2012 09:10

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Sichtweise

Während ich mit dem Wind fliege,
sitzt du da und wartest auf ein Wunder.

Wunder geschehen nicht
auf flimmernden Schirmen,
zwischen geschlossenen Wänden.
Sie wispern in den Kronen der Bäume,
wehen über abgemähte Wiesen,
spannen ihren Bogen am Himmel.

Während dich deine Mauern begrenzen,
wechselt die Erde ihr Kleid.

Warme Töne wirbeln durch die Lüfte,
streifen nassen Boden,
legen sich auf sattes Grün,
erzählen mir Geschichten
von Vergänglichkeit und Erneuerung.
Farbenspiel im Licht des vergehenden Tages.

Während meine Augen leuchten,
streift dein Blick ins Leere.

von Astrid Schulzke

[ Editiert von Zicke1 am 26.10.12 16:17 ]

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