Seite 2 von 4
#16 RE: Monatsgedichte von mande 10.01.2009 10:17

Juni, in Finland
@Manfred Schröder

Monat,
der Sonnenwende.
der längste Tag,
er findet hier sein Ende.
Und im Herzen,
spricht es bang:
´Die Nächte
werden wieder lang.
Doch ein Lied
in mir erklingt:
´Es ist der Monat auch,
der dir die Rosen bringt!´

Manfred
------------------------------------------------------------
Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

[ Editiert von mande am 10.01.09 10:22 ]

#17 RE: Monatsgedichte von mande 10.01.2009 18:53

Juli/Julius
@Manfred Schöder

Nach ihm,
dem warmen Julius,
erscheint sein Freund;
der heisst August!

Manfred
-------------------------------------------------------------
Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

[ Editiert von mande am 10.01.09 18:58 ]

#18 RE: Monatsgedichte von mande 14.03.2009 08:04

Monatsgedichte
@Manfred Schröder

In der Monatsreihenfolge.




Januar

An kalten Winterabenden
warm im Mantel der Erinnerung
hinterm Eisblumenfenster.


Februar

Willst noch einmal kalt erscheinen,
oft kälter als der Januar.
Doch der März ist schon im kommen
und bald singt die Vogelschar
das Jubellied "Der Winter war!"


März

Schneeinseln bedecken noch die Erde,
doch dazwischen, es schimmert zartes Grün.
Eine geheime Kraft spricht: "Werde!"
Und es regt sich und beginnt zu blühn!


April

April, der Monat Übermuth,
hält nichts, doch viel verspricht.
Weht stürmisch mir vom Kopf den Hut
und Schnee und Regen ins Gesicht.


Mai

Ich werde nicht marschieren,
an deinem ersten Tag.
Werd´ wandern, jubilieren,
die Freud, die ich im Herzen trag!


Juni, in Finland

Monat,
der Sonnenwende.
der längste Tag,
er findet hier sein Ende.
Und im Herzen,
spricht es bang:
´Die Nächte
werden wieder lang.
Doch ein Lied
in mir erklingt:
´Es ist der Monat auch,
der dir die Rosen bringt!´


Juli/Julius

Nach ihm,
dem warmen Julius,
erscheint sein Freund;
der heisst August!


August

Das schönste Gedicht
schrieb mir
die Sonne:
Goldährenfelder
im Wind.


September

Auf dem nebelverwischten See,
gleitet ruhig mein Boot.
Die Fische im Netz
reichen wohl für eine Mahlzeit.
Möwenschreie verkünden
einen neuen Tag.


Oktober

Das Laub, es fällt, bedeckt die Erde
und raschelt unter meinen Schuh´n.
Ich gehe heim nun und ich werde
mich niederlegen, um auszuruhn.
Derweil es auf den Strassen gäret;
man rüttelt an des Zaren Thron.
Mir grauts davor, was man begehret,
die Neue Zeit und Revolution!


November

Das Blatt
fällt vom Baum,
und der Vogel
fliegt in den Süden.
Doch weiss,
dass beide
wiederkehren.


Dezember

Trägst das Jahr zu Grabe,
im weissen Totenkleid.
Doch schenkst du uns als Gabe,
das Licht der Weihnachtszeit!

#19 RE: Monatsgedichte von hei43 10.06.2009 15:35

Februarzeit

Im frostigen Kleid
metalligen Glanzes
schreitet die Zeit
durchs weite Land
kleine Glöckchen
nicken fröhlich
grüßen her
vom Wegesrand
Winde tragen
wie's gefällt
Klänge in die
starre Welt.

© Heidrun Gemähling

#20 RE: Monatsgedichte von hei43 10.06.2009 15:37

Januar-Morgen

Schwarz gepflügt der Acker,
Vögel kreisen umher,
stürzen galant zu Boden,
ihre Mägen sind leer.

Schwarz am Horizonte,
Sonn’ steigt rot empor,
filigran die Bäume,
Pferde tollen davor.

Fasane stolzieren in Grazie,
schauen flink sich um,
Wolkenschleier ziehen,
verändern - gleiten stumm.

© Heidrun Gemähling

#21 RE: Monatsgedichte von Zentoolino 24.06.2009 12:44

avatar

Jahreskreis

Ich seh gern zu, wenn sich die Hummeln
zwischen bunten Blumen tummeln,
zusammen mit den Schmetterlingen,
und die Vögel fröhlich singen.

Wenn wir in der Sonne liegen,
Bienen zu den Blüten fliegen,
wenn wir Harz und Rosen riechen,
Eidechsen vorüber kriechen.

Höre auch gern Kinder lachen,
in den Himmel steigen Drachen
und Dein Kuss auf meiner Haut
ist mir lieb und so vertraut,

wie der Sommer, der sich neiget,
still bald die Natur nun schweiget.
Abschied nimmt von allen Dingen,
Vögel sich nun südwärts schwingen.

Einsam bin ich, wie benommen,
denn der Winter ist gekommen.
Wenn die lauen Winde wehen,
werden wir uns wieder sehen.

© Leonore Enzmann 2007

***
Dieses Gedicht gibt es auch auf den Naturlyrik-Blog

[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 27.03.10 18:29 ]

#22 RE: Monatsgedichte von Zentoolino 24.06.2009 12:47

avatar

Lebenskreis

Im Frühjahr wird das Wetter schön,
die Blumen blühn und Bäume,
es schallt der Vögel Lustgetön
und auch der Mensch hat Träume.

Oh, könnt´ es immer Frühjahr sein,
es wär´ das höchste Glück,
mit seinem gold´nen Sonnenschein
käm´ Jugendzeit zurück
.

Der Sommer ist ein Mix, so bunt,
aus Liebe, Lust und Reisen.
Man fühlt sich, wie ein junger Spund,
will ´s aller Welt beweisen.

Oh, könnt´ es immer Sommer sein,
es wär´ das höchste Glück,
mit seinem gold´nen Sonnenschein
käm´ auch die Lieb´ zurück.


Der Herbst, er bringt die pralle Frucht,
wir trinken gold´nen Wein.
Ich hab gefunden, was ich sucht´,
muss nicht mehr einsam sein.

Oh, könnt´ es immer Herbst nur sein,
es wär´ das höchste Glück,
mit seinem gold´nen Sonnenschein
kämst Du zu mir zurück.


Nun ist es Winter, still und sacht,
der Schnee deckt alles zu,
ich freu mich auf die heil’ge Nacht,
Gemeinsamkeit und Ruh.

Nun wird es lange Winter sein,
ich träum vom großen Glück,
es bringt der inn´re Sonnenschein
nun Weisheit Stück für Stück.


© Leonore Enzmann 2007

*

Dieses Gedicht gibt es auch hier → Leonore Enzmann: Lebenskreis

#23 RE: Monatsgedichte von mande 14.11.2009 14:20

Gedicht/Lied

November

Müde Schritte,
die verhallen,
traurig in
der Dunkelheit.
Letzte Blätter
von den Bäumen fallen.
November, November;
gefangen in Einsamkeit

November, November;
niemand ist gern allein.
November, November;
Sehnsucht nach
Frau und Wein.

Trauriges Gesicht
am Fenster;
mit dem Herbst
ging die Zweisamkeit.
Weisse Nebel schweben
wie Gespenster.
November, November,
gefangen in Einsamkeit.

November, November;
niemand ist gern allein.
November, November;
Sehnsucht nach
Frau und Wein.

@Manfred Schröder
---------------------------------------------------

Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

[ Editiert von mande am 01.07.10 13:28 ]

#24 RE: Monatsgedichte von hei43 21.11.2009 15:40

Nieselregen

Seit Stunden sprühen
der Wolken Tränen
Trübe verschleiert
lustlos den Tag

letzte Blätter
gleiten verhalten
auf das goldgelbe
vergehende Drunter
beschönen die Zeit
erhellen Seelen die
in Gemächern des
Novembers
verweilen.

© Heidrun Gemähling

#25 RE: Monatsgedichte von hei43 01.01.2010 12:27

Januar-Sonne

Vom Ufer aus
drängen Blicke
über den See
verlieren sich im
weißen kalten Licht
der Wasseroberfläche

ein Strahl der Sonne
schmückt diesen Augenblick
lässt Diamantenglanz
erschimmern.

© Heidrun Gemähling

#26 RE: Monatsgedichte von zruda 06.01.2010 13:27

avatar

Januar-Fluss

Im Gleichklang schlagen die Flügel der Möwen
Über Wasser - verwandelt zu grünem Gelee.
In seidigen Fäden verteilen sich Strahlen.
Erleuchten durch Zauber geschaffenes Weiß.

Verzweifelt kämpfen die Krähen wie Löwen
Um erfrorne Amseln am Ufer der Spree.
Schräg neigt sich die Sonne, den Himmel zu malen
Kalt schimmert die Glut in rosigem Eis.

Von Fern läuten Glocken zur Abendstunde,
die Zeit der sich spiegelnden Fenster beginnt.
Es legt über Schönheit und Tod sich ein Tuch,
Gewebt aus dem Glitzern der Dunkelheit.

Am Fluss ziehen Ratten in Horden die Runde
In eisiger Kälte die Nachtluft gerinnt -
Für ihre Opfer - ein frostiger Fluch.
Wohl dem, der nicht friert in dieser Zeit!

#27 RE: Monatsgedichte von Ewa54 28.03.2010 17:26

April
© Evelyn Schütz

April ist, man spürt´s genau
eine ganz besondere Frau.

Was andere wollen, macht sie nicht
schert sich nicht um fremde Wünsche
zeigt uns ein täglich neu Gesicht
mal ungeschminkt und mal mit Tünsche.

Mal mimt sie die Gewitterhexe
verbindet sich mit Eis und Schnee
zeigt kalt die Schulter, wir verharren
und sie lässt uns im Frost erstarren.

Dann kommt sie fröhlich um die Ecke,
als herrlich frische Sommerfee,
öffnet ihr Herz ganz ohne Harm
und hält uns wärmend so im Arm.

Sie jagt den März weit übers Land,
er soll beim Winter bleiben,
sie schaut nach vorn, will bald mit Mai
sich ihre Zeit vertreiben.

Aus ihr wird man nur selten schlau
sie ist und bleibt halt eine Frau.

***

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Monatsgedichte-Blog

#28 RE: Monatsgedichte von hei43 01.05.2010 20:04

Maienblüte

Auf grünen Füßen
schreitet hurtig der Mai
erobert Wiesen und Wälder
öffnet leise der Blüten Feine
taucht die Welt in satte Farben
kündet so seine Wiederkehr

ergreift der Sonne
Strahlenschein
um ihn zu
liebkosen.

© Heidrun Gemähling

***

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Monatsgedichte-Blog

#29 RE: Monatsgedichte von Ewa54 09.05.2010 18:22

Mai-Triolett

© Evelyn Schütz

Ach ist das schön, wie ich mich freu
ich werde ihn genießen
jetzt ist er da, der Monat Mai
es ist so schön, wie ich mich freu
alles grünt und blüht ganz neu
die Knospen werden sprießen
das ist so schön, dass ich mich freu
ich werde es genießen.

https://monatsgedicht.wordpress.com/2017/03/12/mai-triolett/

#30 RE: Monatsgedichte von Midge 01.06.2010 20:05

"Nicht fragen, dichten...." Ok! mal eben so auf die Schnelle...

Brachmond
© Martina Decker

Juno
Du Göttin der Ehe
Beschützerin von Rom
Und Gattin Jupiters
Dir sei er gewidmet
Der Sonnenwendmonat

Segne ihn
mit Rosenblüten
und fruchtbarer Erde.

***
Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Monatsgedichte-Blog

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz