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#1 RE: Wintergedichte von hei43 01.04.2009 20:18

Eisiger Wind

Erbarmungslos
fegt eisiger Wind
durch starre Natur
erlebt die Freiheit
seiner Begierde
zeigt der Welt
sein Gesicht
ergötzt sich
am Anblick
leerer Gassen.

© Heidrun Gemähling

#2 RE: Wintergedichte von hei43 01.04.2009 20:22

Zeit der Kälte

Winterstürme
tosen lieblos
hauchen Starre
ins ganze Land
an den Scheiben
erblühen Blumen
und in den Zweigen
wachsen gläsern
Wunderwerke
in die Zeit

halten Leben
verborgen

© Heidrun Gemähling

#3 RE: Wintergedichte von Argus 15.05.2009 00:28


Federzeichnung von mir in PS vereist

[ Editiert von Argus am 29.01.10 16:25 ]

#4 RE: Wintergedichte von hei43 09.06.2009 16:29

Wintersturm

Der eisige Wind
kennt keine Grenzen,
zeigt in Rauheit sein Gesicht,
treibt die Kälte ohne Erbarmen
in die Weite,
in die Enge,
ohne ein bestimmtes Ziel.

Pfeift in Löcher und in Fugen,
heult gespenstisch um das Haus,
zeigt dem Leben immer wieder
seine Macht und seine Gier,
im eisigen Verweilen.

© Heidrun Gemähling

#5 RE: Wintergedichte von Zentoolino 24.06.2009 13:04

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Grüner Winter

Es ist ein Skalenhochgekletter
am Thermometer, so ein Wetter!
Der Winter sieht beinah, o Graus,
im Januar wie Frühling aus.

Am Baume schon die Knospen blühn,
Büsche und Wiesen, saftig grün,
sogar die Vögel tirilieren
und freuen sich, dass sie nicht frieren.

Es sterben auch nicht die Insekten,
die schon ab Herbst im Boden steckten.
Da lauern schon, ich ahn ’s mit Schrecken,
die Mücken, Wespen und die Zecken.

Wenn irgendwann der Frost dann kommt,
erfriert die Brut der Vögel prompt.
Ein warmer Winter, das ist klar,
verheißt nichts Gutes dieses Jahr.

© Leonore Enzmann 2007

#6 RE: Wintergedichte von Zentoolino 24.06.2009 13:06

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Sauwetter

Wer ist an diesem Wetter schuld?
Der Regen geht mir aufs Gemüt.
Es reißt mir langsam die Geduld,
ich möchte, dass es grünt und blüht.

Die Kälte geht mir an die Nieren,
der graue Himmel macht mich krank.
Ich möchte endlich nicht mehr frieren.
Jetzt kommt der März bald, Gott sei Dank.

Ein Wetter kann man das nicht nennen,
kaum fiel der Schnee, schon war er fort.
So wie wir sonst den Winter kennen,
gab es ihn nicht in unserm Ort.

Nun will ich auf den Frühling hoffen,
auf lauen Wind und Sonnenschein.
Ob Sommer wird, das bleibt noch offen.
Ich hoffe, der wird besser sein.

© Leonore Enzmann 2007

#7 RE: Wintergedichte von Heidrun 16.07.2009 10:52

Winter

Über weißbereifte Wiesen
faucht der Ostwind
endlos - weglos.
Schneekristalle wirbeln
ins Niemandsland.
Eisperlen auf Büschen und Bäumen
Äste knacken und ächzen-
Erfrorene Hagebutten nicken am Wegrand.
Kondensstreifen am klarblauen Himmel
weisen Wege nach Süden.

#8 RE: Wintergedichte von MALEREIN 21.07.2009 17:44

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Abschied

Es ist die letzte Rose
eingehüllt vom Schnee
dieser Anblick, er tut mir weh.
Am Eis wird sie zerbrechen
ihre Dornen nicht mehr stechen;
gebrochen ist ihr Stolz.
Die Rose, sie ist nun bereit
verliert sich an die kalte Zeit.
Es wird wieder eine Rose blühen
und entfalten ihre Blütenpracht.
Nach einer kalten Winternacht
wird auch dieser Stolz versiegen
und sich dicke Flocken auf ihr wiegen
bis die Rose ganz verhüllt vom Schnee.
Und wieder tut dieser Anblick weh.

Helga Gebhardt

#9 RE: Wintergedichte von MALEREIN 21.07.2009 17:46

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Die Schneeflocke

Dicke graue Wolken
Weiß eingehüllt ist das Land.
Eine Schneeflocke fällt ganz leise
auf meine Hand,
wunderschön sie anzusehen
Einen Moment noch bleibe ich stehen.
Ein kleines Wunder – denke ich noch
schon fliegt sie wieder hoch.
Getragen von einem leichten Hauch
landet sie wieder auf einem Strauch.
Dort glitzert sie im Sonnenschein
bevor sie schmilzt
fange ich ihre Schönheit ein.
Viele Flocken spielen noch im Wind
bevor auch sie verloren sind.

Helga Gebhardt

#10 RE: Wintergedichte von hei43 03.11.2009 09:12

Januar Sonne

Vom Ufer aus
drängen Blicke
über den See
verlieren sich im
weißen kalten Licht
der Wasseroberfläche

ein Strahl der Sonne
schmückt diesen Augenblick
lässt Diamantenglanz
erschimmern.

© Heidrun Gemähling

***

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Wintergedichte-Blog

#11 RE: Wintergedichte von mande 13.11.2009 15:50

Eisblumen

Der Winter ist gekommen,
hat´s Blümlein mitgenommen
wohl in der letzten Nacht.
Doch hab ich ihm verziehen,
denn an den Scheiben blühen
Eisblumen voller Pracht!

@Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

[ Editiert von mande am 27.01.10 17:28 ]

#12 RE: Wintergedichte von mande 14.11.2009 07:50

Der Winter als Herr Wassermann

Dieses ist geschehen
und geschieht noch dann und wann.
Es kommet der Herr Winter
uns als ein Wassermann.

Oft sieht man ihn verspätet
übers Land dann ziehn.
Im Garten wird schon gebeetet
und erste Osterglocken blühn!

@Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

[ Editiert von mande am 27.01.10 17:29 ]

#13 RE: Wintergedichte von hei43 10.12.2009 20:38

Neuer Dezember

Rostgelbes Rot hat
sein Gesicht verloren
liegt erschöpft am Boden

durch die Wipfel
fegt der Wind
beugen sich
dem Winter

Himmelstränen
weiß wie Schnee
kommen immer näher
künden winterliche Zeit.

© Heidrun Gemähling

#14 RE: Wintergedichte von MALEREIN 20.12.2009 17:24

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Einsamer Schneemann

Welch einsamer Geselle dort am Gartentor
stell ihn euch mal kurz vor.
Mit dickem rundem Kullerbauch
und einer roten Nase,
ja die hat er auch,
ein Schlapphut der auch schief noch sitzt
und auf einen Stock sich stützt.
Ob ich mal nach ihm seh?
Oh,der kleine Mann ist ganz aus Schnee!

Das kann doch nur ein Schneemann sein.
Aber traurig schaut er drein
vielleicht ist er nicht gern allein?
wartet gar auf seine Frau?
Ach, die bau ich ihm, genau!
Noch vor’m Einbruch der Nacht
war eine Schneemannfrau beschafft.

Der Schneemann hat nun seine Frau
doch eines weiß ich ganz genau:
für ersehnte Zweisamkeit
bleibt ihnen nicht mehr viel an Zeit,
Deshalb habe ich noch viel Schnee bestellt
und wünsche das der Winter lange bei uns bleibt.

Helga Gebhardt

#15 RE: Wintergedichte von hei43 01.01.2010 12:17

Helle Winternacht

Weiße Kristalle
tauchen tänzerisch
ins Violette der Nacht
erliegen dem Charme
kleiner Schatten
die zur Erde
schweben

den Mond
in seiner Helle
zu einem Lächeln
verführen.

© Heidrun Gemähling

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