Seite 2 von 6
#16 RE: Wintergedichte von hei43 11.01.2010 16:34

Blumen des Winter

Eisig
erwacht
der Morgen

sieht Blumen
an Fenstern blühn
zarte frostige Wunder
kunstvolle Feine
Gehauchtes
Filigran.

© Heidrun Gemähling

***

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Wintergedichte-Blog

#17 RE: Wintergedichte von hei43 27.01.2010 09:45

Winterliche Ruhe

Gleißende Helle
flimmert schläfrig
durch den Verbund
kahler Verästelungen
weilt voller Bewunderung
über der zarten Decke
kristallweißer Feine
dringt in die Tiefe
erstarrter Ruhe.

© Heidrun Gemähling

#18 RE: Wintergedichte von mande 19.02.2010 15:48

Schwarzer Mann im weissen Finnland

Ein schwarzer Mann aus Africa,
ihm war´s, dass er ein Wunder sah:
Schnee kam ihm vors Gesicht.
Und da vom Dichten er verstand,
nahm er Papier und Stift zurhand
und schrieb ein ´Weissgedicht´!

@Manfred Schröder

Zenmeister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten,
um Dir zu helfen,
aber im Zen haben wir überhaupt nichts!“

#19 RE: Wintergedichte von MALEREIN 15.03.2010 16:58

avatar


Winter Ade

Dem Winter fällt der Abschied schwer
schickt Regen, Sturm und dicke Flocken.
Mal ein kurzes Sonnenduett
aus dem hellen Wolkenbett
schon schiebt er graue Wolken hinterher.
Will er uns nach draußen locken?
So kann er uns nicht verführen,
bald muss er vor dem Frühling fliehen.

Helga Gebhardt

#20 RE: Wintergedichte von Claudia-Helena 22.11.2010 07:21

avatar

Winter


© Claudia Duhonj-Gabersek


Einen langen Atem hat er,
der ist eisig noch dazu,
und mit jenem Herrn Gevatter
ist er oft auf Du und Du.

Macht uns gern ein wenig kleiner,
lässt die trägen Hintern frieren.
Winter? Nein, der ist nicht meiner,
da geht's mir wie vielen Tieren.

Zwingt mich in die dicksten Sachen,
Tee zu trinken literweise.
Morgens graust mir vorm Erwachen,
Winter fänd' ich ziemlich scheiße.

Wären da nicht Glockenklingen,
und der Tannen warme Lichter,
die den Menschen Gaben bringen,
Lächeln zaubern in Gesichter.

Eigentlich mag ich auch gerne,
wenn ich so am Fenster sitze,
Schneemänner aus weiter Ferne,
aber nur, wenn ich schön schwitze.

Ansonsten könnte ich verzichten
auf die Angelegenheit
Winter. Nein, der ist mitnichten
meine Lieblingsjahreszeit.


***

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Wintergedichte-Blog

#21 RE: Wintergedichte von Fonsi 03.12.2010 16:58

Berggesänge

Tief im Tal erklingen Glocken
und ein kleiner Bergbach rauscht,
langsam schweben weiße Flocken
und ein Alpensteinbock lauscht.

Bergbach, deine Zauberklänge
ziehen mich in ihren Bann,
plätschere mir Berggesänge,
die ich nie vergessen kann.

Schnee bedeckt jetzt alle Felder,
legt sein weißes Wintertuch
über Berge, Täler, Wälder,
wie in einem Bilderbuch.

Stille liegt auf jedem Orte,
nur der Bergbach rauscht und fließt,
wenn er aus des Berges Pforte
sich durch Eis und Schnee ergießt.


Alfons Pillach

***

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Wintergedichte-Blog

#22 RE: Wintergedichte von hei43 13.12.2010 12:50

Winterlicher Zauber

Im Puderzucker Weiß
ruht die Erde
funkelnder Glanz
ertastet die Stille
verzaubert das Leben

geborgen
im Anblick
göttlicher Zierde.

© Heidrun Gemähling

#23 RE: Wintergedichte von hei43 20.12.2010 17:39

Winterkulisse

Im weißen Kleid
schreitet die Zeit
schönt die Natur
zur malerischen Kulisse
schmiegt sich in Tropfen
eisiger Starre
und über
filigranen Wipfeln
kreisen lärmende Krähen
schauen auf erste Spuren
im neuen Schnee

Schritt für Schritt
haucht der Atem
in die Kälte
folgt der Schleppe
des Winters.

© Heidrun Gemähling

#24 RE: Wintergedichte von hei43 28.12.2010 18:42

Winterliche Wunder

Gläserne Girlanden
hängen eistropfend
an Firsten,
längen sich
in die Tiefe
hin zu imposanten
weißen Frosthauben
starrer Natur,

geleiten
den Betrachter
in ein Schauspiel,
dessen Kulisse
frostige Wunder zur
realen Bühne erhebt,
den Sinnen
Applaus entlockt.

© Heidrun Gemähling

#25 RE: Wintergedichte von hei43 30.12.2010 10:59

Nebel im Winter

Trübe Sicht
verstellt die Weite
nebelig der Augen Blick
frostige Fäden zieren
damenhaft mondän

schmücken elegant
den Winter
in weißes Filigran.

© Heidrun Gemähling

#26 RE: Wintergedichte von hei43 10.01.2011 10:26

Schneemond

Im hellen Schein
vollmondiger Nacht
stehen filigrane Bäume
schwarz gekleidet am
Straßenrand Spalier

träumen sich
ins Schweigen
der Himmelsglut
deren Nuancen
ins zarte Blau
des Schnees
eintauchen

die Anmut
vollenden.

© Heidrun Gemähling

#27 RE: Wintergedichte von typist 18.02.2011 15:23

Überdruss

Frostrot ist die Rübennas'.
Wasser quatscht mir aus der Socke.
Streusalz bringt nur Hochglanzfraß,
an der Füße Lederglocke.

Schob Kristalle, haufenweis',
hab geschwitzt und hab gekeucht.
Doch inzwischen ist der Sch ... nee,
neuerlich herab gefleucht.

Ich mach' mir 'nen heißen Tee,
und ich drinnen hocken bleib'.
Glanz und Glimmer sind passee.
Bleibt mit Winter mir vom Leib!

#28 RE: Wintergedichte von hei43 21.02.2011 10:41

Sehnen nach Wärme

Kaum Erquickung
finden Gedanken in der Gegenwart
die sich nach Wärme sehnen

den grauen Eishauch
des Winters leidlich ertragen
mit dem Wissen
dass alles seine Zeit hat
auch der Übergang

nur die Sonnenhelle
belebt das ungeduldige Gemüt
lässt Sinne langsam in den
Frühling schweifen.

© Heidrun Gemähling

#29 RE: Wintergedichte von Andere Dimension 23.10.2011 08:36

avatar

Rendezvous

Baum im Abendkleide,
die Schultern unbedeckt,
federleicht die Seide,
die Haare hochgesteckt,

stehst im Joch der Kreide,
der Frost schnürt sich die Schuh,
heute habt ihr beide,
ein erstes Rendezvous.

Baum im dünnen Mantel,
bist frierend aufgewacht,
alles ist im Wandel,
so eisig war die Nacht,

stehst am Pfuhl der Schwäne,
trägst donnerschweren Schnee,
im Auge eine Träne,
so still liegt dir der See.

[ Editiert von Andere Dimension am 24.10.11 16:19 ]

***

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Wintergedichte-Blog

#30 RE: Wintergedichte von hei43 09.11.2011 15:38

Winter in der Klamm

Besonders
ist der Reiz des Winters
wenn bizarre gläserne Zapfen
wie Vorhänge die rauen Felsen
der Klamm schmücken

facettenreiche Strahlen
tiefgründige Spalten durchdringen
die eisige Welt ins Land
der Märchen taucht

Schatten und Licht
die Schönheit der Kristalle
mit einem Zauber belegen

wunderlich erhellen.

© Heidrun Gemähling

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz