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#181 RE: Tiergedichte von baroque 18.05.2015 07:35

Ja Max,

Labidochromis!

Was für ein Name. Hat lange gedauert, ehe ich es fehlerfrei habe niedergeschrieben.
Hoffentlich ist es jetzt richtig!

Ich bekam mal solch Einen, von einem Angler geschenkt. Und als ich Fragen stellte,
sagte er:
"Du kennst doch den Spruch:´
Einem geschenkten Gaul,
schaut man nicht ins Maul.´
Und einem geschenkten Labidochromos
nicht in den... .
Na ja, kennst ja wohl auch.

Du schreibst:
´...
umwirbt die Weibchen und gräbt Löcher in den Sand´.

Als Kind hab ich Löcher in den Sand am Strand gegraben.
Als Erwachsener die Weibchen umworben.
Ach ja, da sehnt man sich hin und wieder zurück in die Kindheit.

Wie dem auch sei. Ein gerngelesenes Gedicht vom Max.
Max, mit oder ohne Moritz?

Mit grüssen
baroque-mande
--------------------------------------------------
Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen,
aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

#182 RE: Tiergedichte von Max 20.05.2015 17:06

Ja, da hast du wohl Recht mit dem Zurücksehnen nach der Kindheit, lieber Baroque-mande.
Irgendwo muss ich auch ein Bild von diesem Buntbarsch haben. Kann ich aber hier ja nich hochladen. Zu kompliziert für mich.
Hier ist er: Labidochromis sp. yellow
Würde mich aber wundern, wenn ein Angler bei euch einen solchen fängt. Wär ja auch ne Sünde, gewissermaßen.
Liebe Grüße,
M. ohne Moritz,
(Reduced to the Max)

#183 RE: Tiergedichte von elfi-art 18.10.2015 11:21

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Schlafe, mein Tiger.....


Schlafe süß, mein kleiner Tiger,
träum vom Leben in der Nacht.
Scheint die Sonne auf dich nieder,
döst du friedlich durch den Tag.
Abends weckt dich dann ein Fieber,
treibt dich rastlos aus dem Haus.
Ich streck derweil meine Glieder,
lieg’ im Bett und ruhe aus.

Nachts erlebst du Abenteuer,
die ich niemals kennenlern’.
Morgens maunzt du vor dem Fenster.
bist erschöpft und möchtest gern
in mein Bett, du schnurrst zufrieden,
deine Nacht war wohl nicht schlecht.
Beide sind wir grundverschieden
Trotzdem läuft’s mit uns nicht schlecht.

Elfi Saupe
2009

*

Dieses Gedicht gibt es auch auf dem → Tiergedichte-Blog

#184 RE: Tiergedichte von elfi-art 18.10.2015 11:26

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Froschkönig

Die Sonne spiegelt sich im Teich,
leise surrt eine Libelle.
Ein Lüftchen regt sich, weht ganz leicht,
im Wasser seh' ich eine Welle.
Doch nicht die Luft macht soviel Wind,
ich schau genauer nach,
ein grüner Frosch stösst sich geschwind,
vom Ufer weg, wo er wohl lag.
Nun sitzt er regungslos und guckt,
was ich wohl mach und wartet still.
Was denkt er denn, dass ich jetzt spuck?
Ich weiß nicht, was er will!
Mit Küssen hab' ich's nicht so sehr,
da kann er lange warten,
als Prinz passt er dann sowieso
nicht mehr so gut in meinen Garten!

Elfi Saupe 2015

#185 RE: Tiergedichte von elfi-art 18.10.2015 11:36

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Aufgewacht!

Ein langes Määääh ertönt mit Macht,
das Schaf guckt doof,
ich bin erwacht.
Gelangweilt grast es danach weiter,
ich bin noch müde,
doch denk ich heiter:
Na, wenn du meinst,
du dummes Schaf,
dann endet hier mein Mittagsschlaf!

Elfi Saupe 2015

#186 RE: Tiergedichte von baroque 24.11.2015 15:07

Ein kleiner Vogel sitzt im Baum
und man sieht ihn kaum.
Nun, die meisten Menschen erblicken nie
einen Kolibri.

Ein kleiner Vogel sitzt im Baum
und man sieht ihn kaum.
Die Katze hat ihn längst erspäht.
Der kleine Vogel sieht´s zu spät.

Ein kleiner Vogel sitzt im Baum
und man sieht ihn kaum.
Auch wenn ihn niemand sieht,
man hört doch sein Lied.

Ein kleiner Vogel sitzt im Baum
und man sieht ihn kaum.
Es sucht nach ihm die Vögelin;
ihr kommt das vögeln in den Sinn.

Ein kleiner Vogel sitzt im Baum;
und man sieht ihn kaum.
Stehen dann die Bäume kahl und leer,
gibt es keinen kleinen Vogel mehr.

Bläst der Frühling wieder in sein Horn,
es beginnt von vorn:

Ein kleiner Vogel sitzt im Baum
und man sieht ihn kaum.
Doch diesmal hab ich ihn erkannt,
mit einem Fernglas in der Hand.

baroque - mande

#187 RE: Tiergedichte von Tessy 24.11.2015 15:51

Hallo Baroque
Zum Thema Till Eulenspiegel gibt es auch eine alt-hochdeutsche Sprachinterpretation, dieich hier gerne weitergeben möchte.
Der Spiegel oder Speegel ist das Hinterteil - so wie es heute auch noch bei Tieren genutzt wird - beispielsweise beim Reh.
Ulen heisst im alt-hochdeutschen soviel wie 'wischen'. Und damit wären wir in der Nähe des berühmten Zitats des Götz von Berlichingen oder wie man im US Jargon sagt: Eat my Pants.
Und dann bekommt der Name die Bedeutung von 'Ihr könnt mich mal'! Das würde ja auch passen, wenn wir uns seine Heldentaten ansehen.

Gruß
Tessy

#188 RE: Tiergedichte von baroque 24.11.2015 16:58

Guten Abend, Tessy,

ja, aus dem Till Eulenspiegel, lässt sich Tills Eulenspiegelei ,
mit zwei Bedeutungen erdeutschen.

Vielleicht hat Götz von Berlichingen ja auch nur gesagt:
´Schönen Gruss vom Till Eulenspiegel´! und Goethe hat es dann
publikumswirksamer gebracht.

Ansonsten vielen Dank für dein lesen und die kleine Einführung ins
´Althochdeutsche´.

Mit Grussen
baroque -mande

„Anstatt über Dunkelheit zu klagen, sollte man lieber eine Kerze anzünden!“
sagte der Weise.
Der Narr lächelte:
„Vorausgesetzt man hat eine !“

(baroque -mande)

#189 RE: Tiergedichte von rizei 07.01.2016 18:27

Apfelbaum - Gezwitscher

© Jo Rizei

In einem alten Apfelbaum
zwischen Ästen gut geborgen,
Vögel aus dem ganzen Raum,
treffen sich dort jeden Morgen.

Innen, in des Baumes Mitte,
belebt von dem Federgetier,
steht sie da, die Vogelhütte.
Schnee ist ihres Daches Zier.

Auch die Äste sind ganz weiß,
beim Treiben und beim Singen,
rund um einen Kolben Mais,
treffen sich dort Spatzen, Finken.

Krähen sind zu groß für rein,
für sie ist da nichts zu kriegen,
man hört sie daher furchtbar schreien:
„Ihr solltet in den Süden fliegen!“

Spatzen, Amseln grinsen leise,
eine Meise am Knödel hing,
rufen hört man diese Meise:
„Alle Krähen die sind link“.

„Schert mir etwas Futter raus!“
bettelt hungrig laut die Krähe.
„Nichts da, da wird nicht draus!“
Ruft der Kibitz in der Nähe.

„Das ganze Jahr hast du uns gejagt,
nichts gegönnt und nachgesetzt,
wie oft hast du uns verzagt,
nicht selten vor dir her gehetzt.

Das war wirklich nicht sehr helle,
flieg an einen anderen Ort!“
Die Krähe sucht eine Futterquelle.
Und darum ist sie nun fort.

#190 RE: Tiergedichte von hei43 22.08.2016 10:30

Schwalbenflug

Noch segeln Schwalben wendig geschwind
durch des milden Sommers Lüfte,
erobern kleinste Wesen im Flug
über Dächern und in Höhen,
kurven galant durch Sonne und Wind,
brüten, sorgen und hegen
ihre kleine Vogelschar
in Scheunen und Gewölben,
bis zur Reise in den Süden,

wissen um die Wiederkehr
im neuen Frühling.

© Heidrun Gemähling

#191 RE: Tiergedichte von hei43 08.01.2017 20:47

Kater Struppi als Favorit

Es war einmal ein Katzentier
das hatte Junge an die vier,
lag im Stall im warmen Stroh
und alle waren sichtlich froh,
Kater kamen angeschlichen,
waren die der Fürchterlichen,
wollten ihren Nachwuchs sehen,
als begann es zu geschehen,
der Schwarze knurrte in Tönen,
der Bunte fing an zu stöhnen,
der Gestreifte zeigte Krallen
und keinem tat es gefallen.

Katzenmutter hob gelassen,
Kater konnten es nicht fassen,
ihren Kopf und fauchte umher,
deutete, ich will euch nicht mehr,
denn sie wusste ganz genau,
sie war doch Struppis Lieblingsfrau,
dieser hörte das Gezeter,
war entfernt nur ein paar Meter,
sprang in Richtung Nebenbuhler,
wurde dabei immer cooler,
sah wie sich die Mietze erhob
und breit grinste, ein tierisches Lob.

© Heidrun Gemähling

#192 RE: Tiergedichte von hei43 30.01.2017 12:50

Winterschafe

Nebel staut sich in der Ferne,
schneebedeckt der Wiesengrund,
wollig' Schafe grasen friedlich
in der frühen Morgenstund.

Schauen hin zu dem Betrachter,
schreiten über Schnee und Eis,
kommen ruhig immer näher,
schau'n still, warum keiner weiß.

© Heidrun Gemähling

#193 RE: Tiergedichte von hei43 06.06.2017 13:33

Katzenschatten

Katze geht mit Schattenbild
vertraulich im Sonnenschein,
erst wenn Strahlen entschwinden
ist Tierchen wieder allein.

So sieht man sie oft gehen,
den Schatten und das Tier
oder Katze mit Schatten,
für Betrachter ein Plaisir.

© Heidrun Gemähling

#194 RE: Tiergedichte von baroque 10.01.2018 11:47

Um die Morgenfrühe.

Ein Vogel sitzt im Strauch;
Die Katze auch.
Der Vogel singt,
die Katze springt.
Kaum war es zu seh´n,
doch es war gescheh´n!

Es strahlet hell
das Morgenrot,
doch er kleine Spatz
ist tot.

Was sagt uns dieses Kurzgedicht?
´Die Katze lässt das vögeln nicht´!
Und der Wurm, froh und heiter,
er kriecht weiter!

baroque - mande

#195 Huhn oder Ei von Zentoolino 07.03.2019 09:52

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Ich bin das Ei!
Aus mir kommt das Küken,
daraus wird ein Huhn.
Wie dem auch sei,
es ist zum Entzücken,
gebührt mir der Ruhm!

„Oh- nicht ganz so schnell!“
vermeldet die Henne,
„Wer hat dich gelegt?
So ganz generell –
ICH – wie ich bekenne.
Und das ist belegt!“

So zetert das Huhn:
„Ja, ich war zuerst da,
nicht du dummes Ei!“
„Woher kommst DU nun?
Das ist noch nicht klar, ja?
So tönt das Geschrei.

Seit vieltausend Jahren
währt nun dieser Streit,
auch zwischen Gelehrten.
Ob wir´s noch erfahren,
vielleicht mit der Zeit?
Ich will´s nicht bewerten.

©Leonore Enzmann 07.03.2019

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