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#31 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 09:22

Verschmäht

Ein Lama beguckte
eine Lamadame derart,
dass sie schluckte
und vor Schreck zusammenzuckte.
Der Lamadame gefiel
nicht dieser rüpelhafte Stil,
worauf sie spuckte,
bevor sie von dannen ruckte.

Alfons Pillach

#32 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 09:25

Wütend

Ein Orang-Utan-Männchen suchte
im Urwald seine Frau und fluchte
ganz aufgeregt: "Orang! Orang!"
Was weithin durch den Urwald klang.

Der Orang-Mann schrie furchtbar laut:
"Wer hat mir meine Frau geklaut?"
Man sah ihm deutlich seine Wut an,
er schwang sich fort und rief noch "Utan!"

Alfons Pillach

#33 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 09:29

Das Faultier

Das Faultier hängt an einem Ast
und widmet seinen Tag der Rast.
Aus Leidenschaft ist es so faul,
es weiß, es ist kein Ackergaul.
Das Faultier liebt den Müßiggang
und meidet jeden Arbeitsdrang.
Es schlummert furchtbar gerne
und zählt nachts nie die Sterne,
denn es zählt maximal bis vier,
dann schläft es ein. Welch faules Tier!

Alfons Pillach

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#34 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 10:03

Auch wenn der alte Mann in diesem Gedicht ganz klar der Protagonist ist, so spielt doch auch ein Hai eine nicht unwesentliche Rolle. Eigentlich kein "reinrassiges" Tiergedicht, aber ich stelle es mal hier ein:


Der alte Mann und der Hai

Es war in der Karibik
einmal ein alter Mann,
das Meer gab ihm beliebig,
was es so geben kann.

Er fischte ganz alleine
weit draußen auf dem Meer,
da hing an seiner Leine
ein Fisch, ganz groß und schwer.

Der alte Mann im Boote
sprach: “Heute gibt es Fisch
zum sonst so kargen Brote,
zudem ist er ganz frisch!“

Da kam ein Hai geschwommen,
ein Flegel, richtig frech,
hat sich den Fisch genommen,
das war des Alten Pech.

Der Alte nahm das Ruder,
er fand das so gemein,
und schlug dem Haifischluder
die halbe Fresse ein.

Danach war es ihm schnuppe,
er ruderte nach Haus,
zum Brote gab’s nur Suppe
statt Fisch als Abendschmaus.

Alfons Pillach


Ich bedanke mich ausdrücklich bei Ernest Hemingway, dessen weitaus bessere Romanvorlage mich zu diesen flapsigen Zeilen animierte. Zum Glück liest er sie nicht!


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#35 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 10:19

Glühwürmchen

Glühwürmchen flog durch den Wald,
war nur ein Funke von Gestalt
und fiel auf seine Stirne.
Jetzt leuchtet ihm mit hundert Watt,
obwohl kein bißchen Strom er hat,
seine kleine Birne.

Alfons Pillach


Das Leuchtorgan eines Glühwürmchens ist, wie ich glaube, zwar am hinteren Körperende! Aber in einem Gedicht muß man nicht alles so eng sehen.


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#36 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 10:29

Aus Leidenschaft

Zwei Nattern trafen sich im Gras
und hatten miteinander Spaß.
'Er' hat sich dann in 'sie' verliebt,
was es auch unter Nattern gibt;
hat sie umschlungen und gedrückt,
zu leidenschaftlich und verrückt.
Die feminine Natter
ist nun ein bißchen platter.

Alfons Pillach


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#37 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 12:11

Eleganz

Im Café sitzt eine Frau,
deren Nagellack ist blau;
sie ist schlank wie eine Stange,
hat viel Rouge auf ihrer Wange.
Sie ist attraktiv, figürlich,
aber sie wirkt unnatürlich;
und der Hund, der bei ihr sitzt
und von ihrem Schößchen spitzt,
der hat kleine süße Löckchen
und ein kurzes Hunderöckchen.
Ach, wie sind die beiden fein!
Plötzlich hebt der Hund ein Bein,
er hat anderes im Sinn
und die Eleganz ist hin.

Alfons Pillach

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#38 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 12:17

Aus dem Mittelalter

Ein Ritter ritt auf seinem Roß
hin nach Burgund zu seinem Schloß.
Bei der Burg der Hohenstaufen
konnt' sein Pferdchen nicht mehr laufen.
Er merkte, dass es humpelte,
weil seine Rüstung rumpelte.
Er trug den Gaul seit jener Stund'
auf seinem Rücken nach Burgund.
So machte einmal ein Schlawiner
aus seinem Herren seinen Diener.

Alfons Pillach

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#39 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 12:26

Verliebtheit

Im Walde sitzt auf einem Ast
ein Uhumännchen und macht Rast.
Dort ruft er immerzu:
Uhu! Uhu! Uhu!

Schon sieht er eine Uhubraut,
die ihm ganz tief ins Auge schaut.
Er ist verliebt und der Uhu
ruft aus Verliebtheit jetzt: Juhu!

Alfons Pillach


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#40 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.06.2010 12:31

Am Amazonas

Er lief am Amazonas entlang,
um einen Piranha zu fangen,
ein Amazonasvogel sang
und Urwaldtrommeln erklangen.

Er fing den Piranha, um auszuprobieren:
Kann man sich mit seinen Zähnen rasieren?
Es ging auch ganz gut, nur war er zu hektisch,
seitdem rasiert er sich wieder elektrisch.

Alfons Pillach

[ Editiert von Fonsi am 01.07.10 10:08 ]

#41 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 09:59

Treulos

Ein Pfau im Zoo
war glücklich und froh,
denn seinem Weib
gefiel sein Leib.
Er war stets bedacht
auf seines Pfauenrades Pracht.
Ein Rasenmäher
kam einmal näher
und kürzte, ganz schnelle,
seine prächtigste Stelle.
Es wurde ihm flau,
und die Frau vom Pfau
zog sich von ihm zurück,
denn von ihrem Glück
fehlte ein Stück.

Alfons Pillach


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#42 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 10:17

Kopflos

War einmal ein Mäuslein,
schlich aus seinem Häuslein
und vom Specke angelockt,
hat es sich davor gehockt.
Hätt' das Mäuslein sich gefragt,
bevor es an dem Speck genagt,
wie derselbige so prompt
vor den Wohnungseingang kommt,
wäre es bei seinen Lieben
und zudem mit Kopf geblieben.

Alfons Pillach


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#43 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 10:32

Wer?

Wer kann ohne großes Klagen
ein Haus auf seinem Rücken tragen?
Wer nimmt stets auf Schritt und Tritt
die komplette Wohnung mit?
Wer kann behaupten: Im Gehäuse
bei mir zuhaus gibt's keine Mäuse!?
Wer geht oft am Abend aus
und bleibt zur gleichen Zeit im Haus?
Wer ist immerzu beglückt,
weil ihn keine Mietschuld drückt?
Wer hat bei Sturm stets Wand und Decke?
Die Schnecke!

Alfons Pillach


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#44 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 10:38

Der Schmetterling

Bei den Blumen auf den Feldern
fühlt er sich wohl, hat keine Eltern,
die ihn begleiten
in schwierigen Zeiten.
Sein Staubkleid ist fleckig,
seine Flugbahn sehr eckig.
Er schmettert hin und schmettert her,
wenn man ihn quetscht, zerblättert er.

Alfons Pillach


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#45 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 11:16

Mal etwas Kritisches! Der hier erwähnte Papagei - es gibt ihn wirklich - ist nicht der einzige seiner Art, der zur Erbauung der Touristen ein erbärmliches Dasein fristen muß:


Nur Schnappschussbeute

Auf einer Insel, wo das Meer
ein riesiges Touristenheer
zur Sonne in den Süden zieht,
weil man dort nie den Winter sieht,
gibt es so manche Attraktionen,
auch Vögel, die im Käfig „wohnen“.
Dort schauen sie gefangen
durch enge Gitterstangen.
Ein Papagei in blau, gelb, rot,
in seiner Seele schon halbtot,
sitzt dort in einem Vogelpark
und schaut aus seinem Vogelsarg.
Er ist nur Schnappschussbeute
für die Touristenmeute.

Wie gerne wär’ der Papagei
am Amazonas wieder frei,
im großen Urwaldgarten
mit seinen vielen Arten.
Dort flöge er von Ast zu Ast,
stattdessen sitzt er hier im Knast!
Sein Käfig ist so schaurig,
bestimmt ist er ganz traurig!
Wenn Leute ihn beglotzen,
dann möchte er wohl kotzen,
doch nie geschieht’s, dass er erbricht,
er ist so lieb, drum kotzt er nicht.

Alfons Pillach


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