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#46 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 11:22

Der Otter

Der Otter hat ein glattes Fell
und fängt er Fische, schwimmt er schnell.
Jagt ihn bisweilen mal ein Hund,
so findet er das ungesund.
In Panik schwimmt der Otter
deshalb noch etwas flotter.

Alfons Pillach

#47 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 11:27

Schon bestellt

Es pirscht ein stolzer Jägersmann
an einen Hasen sich heran,
die Flinte ist geladen.

Und als der Has' den Jäger sieht,
da fragt er ihn, statt dass er flieht:
"Was wünschen Euer Gnaden?"

Der Jäger schießt, der Hase fällt,
der Jäger spricht:"Hab' schon bestellt,
ich wünsch' mir Hasenbraten."

Alfons Pillach

#48 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 11:33

Von einem Mistkäfer

Er stand auf einem Haufen Dung,
es gab noch viel zu lernen,
er war noch albern und sehr jung
und griff gern nach den Sternen.

Zuhause stank es ihm zu sehr
nach widerlichen Düften,
der Abschied fiel ihm gar nicht schwer,
er ging, um sich zu lüften.

Er zog nach München für ein Jahr,
wo Großstadtleben ist,
und als er vor dem Rathaus war,
trat er in Taubenmist.

Alfons Pillach


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#49 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.07.2010 11:43

Heldentum

Auf meiner Schreibtischlampe saß
einst eine kleine Mücke
und während sie die Welt vergaß,
schlich ich heran mit Tücke.

Sie ahnte meine Hinterlist
und sah die Fliegenpatsche,
doch, weil Courage oft Dummheit ist,
blieb sie und wurde Matsche.

Alfons Pillach

Nachtrag: Dieses Gedicht gibt es mit einer dritten Strophe. Siehe an anderer Stelle.


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#50 RE: Tiergedichte von mande 01.07.2010 12:37

Vulpes vulpes

Ein Fuchs, der seinen Schwanz verlor,
war traurig nun deswegen.
als ich ihn traf, bedankt ich mich;
kann ich mein Holz jetzt sägen!

@Manfred schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“


[ Editiert von mande am 02.07.10 8:48 ]

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Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Tiergedichte-Blog

#51 RE: Tiergedichte von mande 01.07.2010 14:03

Musca domestica I

"Fliege, Fliege, an der Wand,
sag, wer ist die schönste hier im Land?"

"Nicht du, du bist es nicht.
Deine Tochter, sie stiehlt dir das Licht!"

Da ward die Königin voll Wut
und holte eine Klatsche
und schlug die Flieg mit einem Schlag,
zu Tode und zu Matsche!

@Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“


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Und hier gibt es Tiergeschichten online

#52 RE: Tiergedichte von mande 01.07.2010 14:11

Musca domestica II

Fliege!
sprach der Herr.
Und der Mensch,
er erhob sich
stieg in die Lüfte
und flog!
Da nahm der Herr
die Klatsche
und schlug die Fliege tot!

@Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“



P.S.:
Diese Zeilen, sie entstanden bei einem sich Zurückerinnern an ein cartoon, das ich vor vielen Jahre habe einmal in ein Journal gesehen.


[ Editiert von mande am 02.07.10 8:47 ]

#53 RE: Tiergedichte von mande 02.07.2010 08:46

Corvus Corax

Ein Rabe kommt geflogen;
im Schnabel einen Brief.
Raben bringen schlechte Kunde
und ich erschrecke tief.

Warum kein and´rer Vogel?
Warum die Lerche nicht?
Der Rabe setzt sich nieder,
zu mir ins Dämmerlicht.

Des Rabes Blick ist dunkel;
ich nehm´ den Brief zur Hand.
Und öffne ihn behutsam;
der Rab´ schaut unverwandt.

Darin das Ziel der Reise,
auch ein Zettel liegt anbei.
Darauf, es steht geschrieben,
dass dies die Letzte sei.

Der Rabe scheint zu lächeln
und nickt mir freundlich zu.
Ich nehme, was ich brauche:
Wanderstab und Schuh´.

Ein Blick zurück, ich gehe;
vor mir mein letztes Ziel.
Ich brauch nicht lange wandern,
es ist nicht weit bis Kiel!

@Manfred Schröder
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„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“



[ Editiert von mande am 02.07.10 9:04 ]

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#54 RE: Tiergedichte von Fonsi 03.07.2010 11:42

Von einer Freundschaft

Kam ein Kätzlein
zu seinem Schätzlein,
es zu besuchen
bei Kaffee und Kuchen.
Das Schätzlein, die Maus,
war zwar zuhaus',
aber hatte vermessen
den Kuchen vergessen.
So gab es, o weh,
nichts zum Kaffee.
Kätzlein schnurrt' leise:
"Ich brauch' eine Speise!"
Verzehrte das Schätzlein
als knuspriges Plätzlein.
Ging dann nach Haus',
Freundschaft war aus.

Alfons Pillach

[ Editiert von Fonsi am 03.07.10 11:42 ]

#55 RE: Tiergedichte von Fonsi 03.07.2010 11:56

Schlaraffenträume

Ein Käfer trank von meinem Bier,
beim zweiten Schluck glaubte das Tier,
es sei auf meines Glases Rand
der Eingang ins Schlaraffenland,
sprang in das Bier, sein Mund war offen,
tauchte zum Grund und war besoffen.

Alfons Pillach


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#56 RE: Tiergedichte von Fonsi 03.07.2010 12:04

Der Wal

Er schwimmt im Meer, er ist kein Fisch
und paßt auf keinen Mittagstisch.
Für's Festland ist der Wal zu schwer,
darum bewegt er sich im Meer.
Der Wal ist dick, der Wal ist groß,
er stöhnt:"Wär' ich ein Aal doch bloß,
dann wäre ich mehr schlänglich
und für den Menschen, diesen Schuft,
er harpuniert mich, hol' ich Luft,
viel schwerer fänglich!"

Alfons Pillach

Gott sein Dank ist der Walfang, im Vergleich zu früher, doch deutlich zurückgegangen.


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#57 RE: Tiergedichte von Fonsi 03.07.2010 12:10

Das Schwein

Ein großes Schwein ist dick und rund
und wiegt auch mal dreihundert Pfund.
Der größte Teil davon ist Speck,
das Schwein suhlt gerne sich im Dreck.
So bleibt es und so ist es,
der Mensch, das Schwein, der frißt es.

Alfons Pillach

Nichts für ungut! Ist nicht böse gemeint!

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Dieses Gedicht gibt es auch auf dem Schweinegedichte-Blog


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#58 RE: Tiergedichte von mande 03.07.2010 19:35

Porcus

Der Schlachter kommt,
es grunzt das Schwein
zum allerletzten Mal.
Der Schlachter flötet
und er singt;
"Schlaf ein, mein Prinz,
schlaf ein"!

Wenn ein Schwein,
kein Schwein hat,
dann es ist
eine arme Sau!

Manfred Schröder

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„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“


[ Editiert von mande am 04.07.10 6:49 ]

#59 RE: Tiergedichte von Fonsi 04.07.2010 09:48

Aus der Südsee

Ein Maler saß mit Pinsel
auf einer Südseeinsel.
Er blickte auf des Meeres Blau
und dort schwamm eine Haifischfrau.
Der Künstler nahm die Staffelei
und eilte aufgeregt herbei,
wo er, mit Malzeug in der Hand,
bis zu den Knien im Wasser stand.
Er zeichnete mit Pinselstrich
die Haifrau, die durchs Wasser schlich.
Sogleich erschien ihr Haifischmann
und sah des Malers Bild sich an.
Der Haimann war der Ohnmacht nah,
als er der Gattin Bildnis sah.
Der Schmierfink hatte schlecht gemalt,
der Hai hat’s ihm zurückgezahlt:
Weil er das Bild gemein fand,
biss er fest in die Leinwand.

Alfons Pillach

[ Editiert von Fonsi am 04.07.10 9:53 ]

#60 RE: Tiergedichte von Fonsi 04.07.2010 10:03

Seeadler

In Norwegens kühlem Norden
fliegen Adler durch die Lüfte,
und in wunderschönen Fjorden
dringt ihr Schrei durch Felsenklüfte.

Mit erhabnem Flügelschlage
spähen sie im Fjord nach Fischen
und sie speisen alle Tage
an so reich gedeckten Tischen.

Mächtig sind die Adlerschwingen,
majestätisch ihr Gesicht,
wenn zum Horst sie Beute bringen
bis zum späten Abendlicht.

Sie sind Jäger ihres Reiches,
sie sind einsam und allein,
und manch Mensch möchte ein Gleiches:
Wie ein Adler König sein.

Alfons Pillach


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