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#106 RE: Tiergedichte von Fonsi 27.01.2012 11:28

Die Seekuh
(Vergleich)

Sie sieht nicht aus wie eine Kuh,
der Metzger lässt sie auch in Ruh.
Sie wiederkäut auf keiner Alm
des Grases frisch gewachsnen Halm.
Die Seekuh trägt kein starkes Horn
wie eine Kuh am Kopfe vorn.
Sie macht auch keinen Haufen,
in den mit unbedachtem Schritt
die Wandrer fluchend laufen.
Sie pinkelt nicht mit Wasserfall
wie eine Kuh in ihrem Stall.
Die Seekuh gibt dem Meer sich hin,
sie muht nicht, um zu meutern,
denn es zieht keine Bäuerin
sie abends an den Eutern.

Alfons Pillach, 2012


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[ Editiert von Fonsi am 30.01.12 12:19 ]

#107 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.01.2012 12:28

Der Steinmarder
(Doofe Bräuche)

Der Steinmarder hat seine Bräuche,
er beißt in Kabel und in Schläuche
so mancher Autokutsche,
die geht dabei oft futsche.

Sehr schnell verflucht dann der Besitzer
von einem flotten Autoflitzer
des Marders doofe Bräuche
der angefressnen Autoschläuche.

Alfons Pillach, 2012

#108 RE: Tiergedichte von Fonsi 30.01.2012 12:31

Die Eule und die Maus

In einem Loch saß eine Maus,
und sah zur Eule frech heraus.
Die Eule dachte: ‚Ach, verreck!
Komm doch heraus aus dem Versteck!’
Die Maus jedoch war ziemlich klug
und ahnte irgendwie Betrug.
Die Eule war in Eile
und log nach einer Weile:
„Komm, Mäuslein, bitte in mein Nest,
dort gibt’s demnächst ein Sommerfest.“

Die Maus kam nach zwei Wochen
zur Eule angekrochen
und stieß auf Speisereste
bei Eules Sommerfeste.
Die Reste stammten von Getier,
das jüngst zum Feste war auch hier.
Die Maus hatte die List erkannt,
und ließ noch, ehe sie verschwand,
ins Nest der Eule einen Ballen
aus Mäusekot zu Boden fallen.

Als dann die Eule darauf rutschte
und unsanft auf die Fresse flutschte,
da war’s soweit, die Eule heulte,
weil sie sich wirklich schlimm verbeulte.
Die Eule wusste nun genau:
Auch kleine Mäuse sind oft schlau!

Alfons Pillach, 2012

[ Editiert von Fonsi am 30.01.12 17:10 ]

[ Editiert von Fonsi am 30.01.12 17:12 ]

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#109 RE: Tiergedichte von Fonsi 01.02.2012 11:59

Der Rabe

Der Rabe saß in einem Turm
und kaute einen toten Wurm.
Der Burgherr war in jener Nacht,
weil Lärm im Turm war, aufgewacht.
Es war der Rabe, der läut krächzte,
als ob ein alter Balken ächzte.

Der Burgherr sprach zu Frau Gerlinde:
„Steig bitte aus dem Bett geschwinde,
denn, wenn ich mich nicht mächtig täusche,
dann höre ich im Turm Geräusche.“
Gerlinde hatte wenig Mut,
drum nahm der Burgherr seinen Hut
und schlich im Nachthemd und allein
in den verdammten Turm hinein.

Bald brüllte er: „Ich hab’ den Dieb!“
und gab dem Raben einen Hieb
mit seiner wuchtigen Laterne.
Der Rabe sah noch ein paar Sterne,
dann senkte er den Rabenblick,
gebrochen war nun sein Genick.
Der Burgherr forderte mit Wut:
„Rück mir heraus das Diebesgut!“

Der Rabe hauchte noch: „Idiot!
Du Schwachkopf schlugst den Falschen tot!“
Das war des Raben letzte Klage
an jenem rabenschwarzen Tage.
Der Burgherr hat herumgeflucht
und nach dem Diebesgut gesucht.
Doch fand er nur den toten Wurm
im Rabenschnabel hoch im Turm.

Wie hat der Burgherr dann gelogen,
dass sich im Turm die Balken bogen,
als seine Frau im Bette fragte,
was los war, und ihr Gatte sagte,
es habe nur der Wind bei Nacht
im Turme ein Geräusch gemacht.
Den Raben hat er nicht erwähnt,
stattdessen hat er nur gegähnt.

Am nächsten Tag ging die Gerlinde
hoch in den Turm mit dem Gesinde.
Und als sie dort mit ihnen putzte,
bemerkte einer, dass sie stutzte,
weil, leichenstarr seit einem Tag,
ein Rabe tot im Turme lag.
Da ahnte sie, dass Waldemar,
ihr Mann, ein Lügenbeutel war.

Alfons Pillach, 2012


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#110 RE: Tiergedichte von hei43 02.02.2012 17:33

Katzenliebelei

Schnee fällt sacht hernieder,
bedeckt Wald, Feld und Flur,
man sieht in der Frühe
der schwarzen Katze Spur.

Schleicht entlang des Feldes,
kommt so wieder zurück,
kriecht auf ihr lieb' Plätzchen,
leckt sich dann, macht sich schick.

Denn jeden Morgen kommt
die bunte Katz’ vorbei,
wartet auf die Schwarze
zur Katzenliebelei.

© Heidrun Gemähling

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#111 RE: Tiergedichte von hei43 02.02.2012 17:39

Es war einmal

Es war einmal ein Geier,
der spielte auf der Leier,
es war einmal ein Uhu,
der schaute immer zuhu.

Es war einmal ein Käfer im Mai,
der saß auf einen Kuckucksei,
es war einmal ein Specht,
dem war das gar nicht recht.

Es war einmal eine Ziege,
lag meckernd in der Wiege,
es war einmal ein Pferd im Stall,
auf dem sang die Nachtigall.

Es war einmal eine alte Ratte,
die noch nie ein Männchen hatte,
es war einmal ein Pudel,
der aß so gerne Strudel.

Es war einmal eine Giraffe,
die klaute dem Wärter die Waffe,
es war einmal ein Stachelschwein,
das wollte nicht mehr stachelig sein.

Es war einmal ein müdes Gnu,
das musste gähnen immerzu,
es war einmal eine Grille,
die zirpste nur mit Brille.

Es war einmal ein Bernhardiner,
der aß am Tisch mit einem Wiener,
es war einmal eine grüne Kröte,
die hörte gerne Bach mit Flöte.

So ginge es immer weiter,
auf der langen Reimeleiter.

© Heidrun Gemähling

#112 RE: Tiergedichte von hei43 06.02.2012 18:09

Tierische Eifersucht

Kater Leo liebte den Stier,
beleckte ihn von drei bis vier
jeden Montag hinten im Stall,
nur zur Nachtzeit auf jeden Fall,
denn am Tage sah es die Kuh,
schielte zum Stier Fred immerzu,
dieser hatte von Anbeginn
mit der Kuh Liese nichts im Sinn,
hatte doch stets sein Vergnügen
wöchentlich am Rücken liegen.

Luise kränkte das so sehr,
brüllte die ganze Nacht umher,
bis die Bäuerin kam und sah,
was das Problem im Stalle war,

der Kater leckte gerade das Ohr,
als er den Halt vor Schreck verlor,
durch's Licht der hellen Laterne,
entfloh panisch in die Ferne,
kam zum Stier auch nie mehr zurück,
der Kuh Liese ihr großes Glück.

© Heidrun Gemähling

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#113 RE: Tiergedichte von hei43 10.02.2012 21:11

Milchrutschtbahn

Atem dampft aus den Lüstern,
hinter ihnen schwere Last,
Bauer zügelt die Pferde
und das alles ohne Hast.

So stampfen viele Beine,
mühen sich durch neuen Schnee,
im Rhythmus klappern Kannen,
dann der Ruf: „Ojemine!“.

Ein Baum liegt auf dem Wege,
die Tiere bäumen sich auf,
vom Wagen kippen Kannen,
die Mich beginnt ihren Lauf,
gefriert an Ort und Stelle,
Kinder kommen gerannt,
schlittern auf eisiger Milchbahn
und sind außer Rand und Band.

Der Bauer sucht die Peitsche
hinter seinem Kutscherbock
und in diesem Momente
nimmt ein Junge einen Stock,
scheucht die Pferde von dannen,
die stürmen auf und davon,
der Bauer schaut verzweifelt,
kriegt vor Schreck heraus kein Ton.

Am andren Morgen schleichen
die Kinder zum Hofe hin,
helfen freudig beim Melken,
wieder gut des Bauern Sinn.

© Heidrun Gemähling

#114 RE: Tiergedichte von hei43 12.02.2012 17:48

Igelrettung

Es formte sich ein Igel
zu einem Stachelrund,
das sah die kleine Katze
und auch der große Hund.

Kätzchen schlich sich näher,
der Hund tat es ihm gleich,
beide sahn ihn rollen,
den Igel in den Teich.

Dieser schwamm vergnüglich
zu einem Entennest,
deutlich wurd's Gezeter,
dem Igel blieb ein Rest
von Stacheln, die trieben
alleine hin zum Wehr,
auch der nackte Igel,
Hund und Katze hinterher,
wild durch hohe Gräser,
der Hund sprang helfend rein,
schnappte sich das Wesen,
das war nun zart und fein,
paddelte ans Ufer,
Katze miaute laut,
alle war'n sich einig,
Tierliebe doch hinhaut.

© Heidrun Gemähling

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#115 RE: Tiergedichte von hei43 28.03.2012 17:16

Starenballett im Frühling

Im Norden
tanzen die Stare
im Abenddämmerlicht
scharen sich in Dichte
über Marschen und kleinen Seen
fliegen kunstvoll ihre Reigen
in dunkel traumhafter Manier
schönen so den Frühling
imponieren zauberhaft
beflügelt zum Ballett

bis tierischer Instinkt
die Lüfte leert
sie zur Ruhe sinken.

© Heidrun Gemähling

#116 RE: Tiergedichte von plotzn 17.05.2012 12:26

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Heimelig

"Das ist ja komfortabel hier!",
sagt zu der Frau das Schnabeltier.
"Du hast sogar, ich kann's kaum fassen,
in deinem Schrank zwei Schnabeltassen!"

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Geruchsbelästigung

„Verdammt!", entfuhr's der Schleiereule,
„Was riecht hier so nach Eierfäule?"
Worauf er, so zurechtgestutzt,
verlegen seine Federn putzt.

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Die Zigarette davor

„Wo krieg ich“, fragt der Lippenbär,
„um diese Zeit noch Kippen her?“
Sie kontert: „Nicht so schnell, mein Freund,
verdien dir erst mal deinen Joint!“

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#117 RE: Tiergedichte von plotzn 17.05.2012 20:40

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Vielleicht passen dazu ja ein paar meiner "tierischen" Vierzeiler...

Pfauenlogik
Ein eitler Pfau will imponieren
und schlägt ein Rad im Sonnenlicht.
Doch sie scheint's nicht zu intressieren:
Ich brauche deinen Radschlag nicht!

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Vierbeiniger Walzer
„Was soll denn", sprach das Trampeltier,
„dein komisches Gehampel hier?“
„Das ist nicht Hampeln, sondern Tanz,
doch was weißt du von Eleganz!“

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Abfallbeseitigung
Zu seiner Frau sprach’s Känguru:
„Jetzt sei doch nicht so streng, du Kuh!
Ich finde halt im Dämmerlicht
den Plastikabfallbeutel nicht.“

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Konkubiene
Dass ich“, beklagt die Honigbiene,
„nur deiner Liebeschronik diene,
war klar, ich bin ja nicht naiv.
und dennoch sitzt der Stachel tief!“

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Wassermangel
„Den zweiten Speicher bräucht ich seit
Jahrzehnten schon für Feuchtigkeit."
Da konterte das Dromedar:
„Hah, typisch Frau! Ich komme klar!"

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Nachgetreten
Es lästerte die Eiderente,
von der ihr Mann sich leider trennte:
„Der Alte kriegt doch bei der Wampe
noch höchstens eine Eiderschlampe!"

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Die passen hervorragend und ich werde sie nach und nach gewinnbringend (wörtlich zu nehmen!) einbauen



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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 24.05.12 15:18 ]

[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 14.04.13 13:58 ]

#118 RE: Tiergedichte von Andere Dimension 18.05.2012 07:18

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Ein Euro Job

Am Wege geht ein Trampeltier,
Macht Halt an jeder Ampel hier.
Algebra konnt es nie begreifen,
So zählt es heut die Zebrastreifen.

#119 RE: Tiergedichte von Andere Dimension 18.05.2012 17:58

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Rauchzeichen

Wenn die taffen Pfaffen
mit den Giraffen paffen,
dann sieht man die buffen Affen gaffen,
weil sie nicht raffen
wie es die Giraffen schaffen
mit den Pfaffen zu paffen,
ohne dabei wie die buffen Affen
zu erschlaffen.

[ Editiert von Andere Dimension am 18.05.12 18:07 ]

#120 RE: Tiergedichte von plotzn 19.05.2012 10:27

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Wasserscheu
„Du, unser Kleiner ist gereizt -
das Wasser wäre nicht geheizt ...“,
sagt seine Frau zum Pinguin,
„Er muss doch rein, jetzt zwing du ihn!“

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Ein Affe sieht rot
Die Pavianin ruft zurück:
„Ich seh im Nebel hier kein Stück!“
Genervt rät ihr der Pavian:
„Dann schalte halt das Navi an!“

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Beleidigt
Das Weibchen schrie: „Ich krieg ein Horn!
Was hast du an der Nase vorn?“
Woraufhin das Rhinozeros
es mittels groben Schrots erschoss.

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Rosenkrieg
„Ich trenne mich, es ist jetzt aus
und ich behalt das ganze Haus!“
„Vergiss es!“, zischt das Gürteltier,
„davon gehörn drei Viertel mir!“

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Reinrossig
Der junge Hengst zur alten Stute:
„Jetzt zieh doch nicht so eine Schnute!
Natürlich kann ich es erklären:
Ich möchte mich halt nicht vermähren …“

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