#1 RE: Jahreszeiten (sonstige) von mande 08.08.2010 19:42

Durch Alkman, ich wurde zu dieses Gedicht inspiriert.


Alkman (Ἀλκμάν) altgriechischer Chorlyriker. Zweite hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. Am berümtesten, es waren seine Chorlieder. Auch Hymnen, Trink- und Chorlieder.
Auch Goethe schätzte ihn.


Jahreszeiten

Hungrig
macht der Lenz.
Im Sommer
ist die Erwartung gross
von einem reichgedeckten Tische.
Und der Herbst endlich
schenkt und die Gaben, die,
wenn sie reichlich sind gewesen,
noch für den Winter reichen!

@Manfred Schröder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

[ Editiert von mande am 09.08.10 6:35 ]

#2 RE: Jahreszeiten (sonstige) von mande 14.08.2010 07:26

Jahreszeiten II

Was ich im Frühling gesäet,
sah ich im Sommer spriessen.
Im Herbst, ich hab es gerntet,
nun im Winter, kann ich es geniessen!

@Manfred Schöder
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Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“

[ Editiert von mande am 14.08.10 16:06 ]

#3 RE: Jahreszeiten (sonstige) von Fonsi 23.08.2010 21:51

Die vier Jahreszeiten

Frühling, Sommer, Herbst und Winter
sind des Jahres stolze Kinder.
Auf dem Jahreskarussell
zeigen sie ihr Naturell:
Frühling zeigt auf seine Art
eine Welt, noch frisch und zart.
Sommer bringt des Frühlings Tracht
zu gereifter Farbenpracht.
Herbst versetzt dem Sommer Narben
und er krönt das Spiel der Farben.
Winter stellt sich dann die Weichen
und er lässt die Welt erbleichen.

Alle vier sind sich getreu,
folgen jährlich sich aufs neu,
zeigen, dass dem Erdenleben
steter Wandel ist gegeben.

Alfons Pillach

***

Jahresgedichte-Blog

[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 04.05.13 7:53 ]

#4 RE: Jahreszeiten (sonstige) von Silvia 3111 04.10.2011 11:47

FAUST DREIEINHALB

Ich bin des Bösen Auskehr.
Der Abschaum
frei von Pflicht und Last,
die unsereiner nie gesehen.
Im tiefsten Innern
Beelzebubs Gespann,
das peinigend den Stachel gräbt
und quält
und wieder quält,
um gleichsam neuen Hass zu sähen
und zu ernten.
Getrieben von der Pein,
die losgelöst von uns
nicht existieren kann.
Als Bauersmann getarnt,
treibt sie ihn an
den Pflug
und bringt am Ende dann
die Früchte heim.
Erneut, um Samen zu verteilen,
der Böses züchtet.

#5 RE: Jahreszeiten (sonstige) von Silvia 3111 04.10.2011 11:48

Neulich abends


Neulich abends,
so gegen sieben,
ist mir die Zukunft begegnet.
In Kreuzberg, am Moritzplatz
(keine feine Gegend).
Eine gutaussehende Person,
braune Haut und schwarze Haare.
Nur, gesagt hat sie nichts.
Das irritierte mich.
Ich rannte eine Weile neben ihr her,
dann wurde sie zu schnell, und ich blieb hinter ihr.
Ab und zu drehte sie sich nach mir um
und ihre Blicke trafen mich wie Pfeile.
Ich musste stehen bleiben,
weil ich mich fürchtete.
Doch sie bedeutet mir wortlos,
mitzukommen.
Ich folgte ihr bis vor die Stadt.
Am Rande einer Kiesgrube hielt sie inne.
Und, als ich hastig atmend neben ihr zum Stehen kam,
ergriff ihre linke Hand,
die eiskalt war,
meinen Arm.
Kraftvoll riss mich die Hand zu Boden,
und ihre Pfeile trafen mich erneut, meine Haut durchbohrend.
Erst jetzt wurde mir klar,
dass sie mich
in die Grube
stoßen wollte,
damit mir
der nachfallende Sand
ein weiches Grab
bereite.
Ersticken sollte ich.

Dass sie mich gehen ließ,
verdanke ich meinem Versprechen,
mich zu bessern.

#6 RE: Jahreszeiten (sonstige) von MALEREIN 24.11.2011 16:30

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Wiederkehr

Herbst - macht alle Bäume kahl und nackt
Winter- eiligst sie im Schnee verpackt
Frühling - zaubert zartes Grün und neues Leben
Sommer - beliebt Neues zu erleben.

Helga Gebhardt

#7 RE: Jahreszeiten (sonstige) von plotzn 10.05.2012 20:01

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Jahresring

Noch ist das Jahr recht jung und kühl,
doch zeigen Pflanze und auch Tier
im ersten Frühlingshochgefühl
verstärkte Triebe – so wie wir.

Im Sommer brennt die Sonne dann
erbarmungslos auf das Quartier.
Die heiße Luft ist irgendwann
kurz vor dem Glühen – so wie wir.

Der Herbst besticht durch Farbenpracht,
bevor im laubigen Revier
die Bäume sich mit aller Macht
vollends entblättern – so wie wir.

Es kommt der Winter mit Gewalt,
verstreut die Flocken Schicht für Schicht.
Die weiße Decke liegt ganz kalt
und regungslos – wir aber nicht.

***
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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 30.04.13 8:02 ]

#8 RE: Jahreszeiten (sonstige) von Leonore 29.04.2013 18:12

Der Lauf der Zeit

Martina Lukits-Wally

Blumen sprießen,
Vögel zwitschern.
Es wird warm
im FRÜHLING.

Blumen blühen,
Vögel singen.
Es ist warm
im SOMMER.

Blumen welken,
Raben krächzen.
Es wird kalt
im HERBST.

Blumen sterben,
Vögel schweigen.
Es ist kalt
im WINTER.

Blumen sprießen, blühen,
welken, sterben.
Vögel zwitschern, singen,
krächzen, schweigen.
Es wird warm, es ist warm,
es wird kalt, es ist kalt
im LEBEN.

***
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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 30.04.13 7:57 ]

#9 RE: Jahreszeiten (sonstige) von Leonore 09.07.2013 14:20

Ich liebe jede Jahreszeit
Martina Lukits-Wally

Ich liebe Wunder der Natur,
möcht' leben nach der Sonnenuhr,
ganz frei, getrieben nur vom Wind
und heiter lachen wie ein Kind,
begleitet nur vom Vogelsang
auf meinem schweren Lebensgang.

Ich liebe Frühlings Blütenpracht,
der warmen Sommersonne Macht,
ich liebe sattes Wiesengrün
und Wege, die durch Wälder führ'n,
den Bach, der rauschend singt sein Lied,
und fröhlich sing ich dieses mit.

Ich mag den Pilz im Birkenhain,
das Heidekraut am Ackerrain,
ich liebe Herbstes Farbenpracht,
wenn bunte Blätter fallen sacht,
und wünsch' mir unter wildem Wein,
ich möge immer glücklich sein.

Wenn Frost verzaubert Strauch und Baum,
und wie erstarrt sind Zeit und Raum,
dann lieb' ich Winters weißes Kleid.
Wenn auch am Ende meiner Zeit,
lieb' ich doch jede Jahreszeit!

***
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[ Editiert von Administrator OnlineRoman am 09.07.13 17:46 ]

#10 RE: Jahreszeiten (sonstige) von Leonore 23.07.2014 18:07

Kein Tag wie der andere...


Martina Lukits-Wally

Kein Tag wie der andere,
keine Stunde die gleiche,
so fliegen die Jahre
dahin wie der Wind.

Man möchte sie halten
die Stunden, die süßen,
die Tage voll Sonne,
das Leben voll Licht.

Doch nichts kehret wieder,
kein Frühling, kein Sommer,
was bleibt ist Erinn'rung
an Wärme und Glück.

*

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#11 RE: Jahreszeiten (sonstige) von rizei 07.01.2016 18:32

Kindleins Kind


Im Bettchen liegt
das Kindlein klein,
zum Himmel fliegt,
die Freude, fein.

Lernt zu laufen
und auch sprechen.
Geht zum Taufen,
kann schön lächeln.

Wie weiter,
im Leben?
Bleibt´s heiter,
wird´s streben?

Schule aus,
erwachsen, schnell
in Welt hinaus.
Heiratet Annabell.

Enkel kommt,
in Wiege blickt,
Oma prompt,
selig verzückt.

Im Bettchen liegt,
das Kindlein klein,
zum Himmel fliegt,
die Freude, fein!

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