#1 RE: Fernweh von hannelorefurch 07.03.2014 01:05

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Der Flieder blüht in Wien

Wie gern ich doch verreiste!
Der Flieder blüht in Wien,
kann wieder nur im Geiste
in fernen Frühling ziehn.

Ich stand schon an den Gleisen
des Bahnhofs diesen Mai,
doch stoppten mich die leisen
Bedenken, dass es sei

wohl wieder nicht ganz passend,
die Zwänge machten's aus,
ich blieb, die Reise lassend,
enttäuscht und trüb zu Haus.

Die tausend Alltagssorgen,
ach, ließen sie mich gehn!,
ich würd' am nächsten Morgen
schon früh am Bahnhof stehn.

Hannelore Furch




Südsee-Blüten

Steht ein Zug bereit,
wünsch ich sehr,
aus der D-Zug-Zeit
käm er her.

Dass er pfeift und dampft,
auch mal hält
und dann weiterstampft
durch die Welt

wie es damals war,
sei's erneut,
dass zur Küst' ich fahr,
wünsch ich heut.

Dort erwartet mich
schon das Meer,
das im Dampfer ich
überquer,

hinter Panama
Kurs auf Süd,
und mein blondes Haar
weht und blüht.

Hannelore Furch




Die Zeit des Dorf-Bahnhofs

Mir war, als schien die Sonne heller,
es stampfte um die Mittagszeit,
vor Freude ging der Puls mir schneller,
ein Dampfross durch die Einsamkeit.

Es schnaufte aus und kam zum Stehen,
der Rauch allein zog fort ins Feld,
ein Schwaden ließ ins Dorf sich wehen
als kleiner Hauch der großen Welt.

Das Zeichen kam zum Weiterreisen,
dann nichts mehr, was die Stille brach,
ich blieb und träumte an den Gleisen
dem Zug und seinen Pfiffen nach.

Hannelore Furch

#2 RE: Fernweh von Leonore 11.03.2014 18:06

Die Insel der Träume
Martina Lukits-Wally

Blauer Hiimmel, weißer Sand,
gold'ne Sonne, Meerestrand,
Palmen und Olivenbäume -
auf der Insel meiner Träume.

Schiffe ankern nicht vor dir,
keine Schmerzen gibt es hier,
keinen Hass und keine Diebe -
auf der Insel wahrer Liebe.

Frohe Lieder, freies Lachen,
die die Menschen glücklich machen,
alle wollen Böses meiden -
auf der Insel ew'ger Freuden.

Hier kannst du von vorn beginnen,
wieder Lebensmut gewinnen,
hier hoffst du nicht mehr vergebens -
auf der Insel neuen Lebens.

Gut verborgen liegt dies Eiland,
keiner es noch jemals fand,
keiner wird es jemals sehn,
Sehnsucht bleibt danach bestehn -
nach der Insel meiner Träume.

#3 RE: Fernweh von Ringelroth 11.03.2014 18:41

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Hallo Leonore,

ja, da wären wir wohl gerne. Diese Insel hat ja viele Namen Paradies, El Dorado oder auch Schlaraffenland.
Wenn wir ihren Strand auch physisch nicht betreten können, so flüchten wir uns doch in unseren Träumen
auf diese Insel aller Inseln - das kann uns keiner nehmen - und das ist auch gut so.
Gerne gelesen

Gruß
Ringelroth

#4 RE: Fernweh von Leonore 15.03.2014 14:07

Sehnsucht nach der Ferne
Martina Lukits-Wally

Sehnsucht liegt in meiner Brust
nach unendlich weiter Ferne.
Ach, wie würd’ ich doch jetzt gerne
wandern so nach Herzenslust!
Ein Zigeunerleben führen,
schlafen unterm Himmelszelt,
und mit Lust und Freude spüren:
Ich bin frei und schön die Welt.

Sehnsucht, Sehnsucht, heimlich leise,
singst betörend deine Weise,
lässt mich träumen von der Ferne,
nachts, wenn glitzern hell die Sterne.

Fern von Stadt und Hast und Eile
möchte ich für eine Weile
Sorge, Müh und Plag vergessen,
unsre Zeit ist kurz bemessen.
Wie ein Vogel möcht ich fliegen,
nur getrieben von dem Wind,
fort, wo fremde Länder liegen,
weißer Sand und Palmen sind.

Sehnsucht, Sehnsucht, heimlich leise,
singst betörend deine Weise,
lässt mich fliegen zu den Sternen
in unendlich weite Fernen.

Sehnsucht, Sehnsucht, deine Weise
klingt in meinem Herzen leise.

#5 RE: Fernweh von Gnosjoe 30.11.2014 23:45

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Hallo, Frau Furch,

Gedichte sind eigentlich gar nicht so mein Ding. Doch Ihre drei hier, die gefallen mir gut, so unterschiedlich sie auch sind. Im ersten sind Wunsch und Wirklichkeit gegenübergestellt. Wer findet sich da nicht wieder?

Das zweite lockt ganz weit weg. Panama reicht nicht, nein, es muss noch weiter nach Süden gehen. Erst mit der Dampflock, dann mit dem Dampfer. Mir Gefallen die kurzen Sätze. Haben Sie blondes Haar?

Und auch im dritten: Angenehme Nostalgie.

Schon zu lesen, alle drei!

Viele Grüße - Gnosjoe

#6 RE: Fernweh von hannelorefurch 19.03.2015 00:54

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Zitat von Gnosjoe im Beitrag #5
Hallo, Frau Furch,

Gedichte sind eigentlich gar nicht so mein Ding. Doch Ihre drei hier, die gefallen mir gut, so unterschiedlich sie auch sind. Im ersten sind Wunsch und Wirklichkeit gegenübergestellt. Wer findet sich da nicht wieder?

Das zweite lockt ganz weit weg. Panama reicht nicht, nein, es muss noch weiter nach Süden gehen. Erst mit der Dampflock, dann mit dem Dampfer. Mir Gefallen die kurzen Sätze. Haben Sie blondes Haar?

Und auch im dritten: Angenehme Nostalgie.

Schon zu lesen, alle drei!

Viele Grüße - Gnosjoe

#7 RE: Fernweh von jule56 21.03.2015 11:15

Hallo Martina,

ein sehr schönes Gedicht...
ich leide auch immer wieder unter Fernweh...

hab auch eine Story geschrieben, hier ein Auszug:
https://nordostseeblog.wordpress.com/2015/03/13/ebook/

Herzliche Grüße
Jule

#8 RE: Fernweh von Leonore 01.04.2015 17:33

Der ferne Ort
Martina Lukits-Wally

Ein Blick in die Vergangenheit,
auf Fotos aus der alten Zeit,
ins Herz schleicht Wehmut, Traurigkeit.
Die Sehnsucht nach dem fernen Ort,
– vor Jahren ging ich von ihm fort –
spricht mir aus jedem Bild und Wort.

Erinnerung wird wieder wach,
ich seh mich stehn beim wilden Bach,
ich schau dem Flug der Dohlen nach.
Mein Echo von der Felswand ruft,
wie Balsam füllt der Zirben Duft,
die reine, würz’ge Bergesluft.

Die Blumen blühn am Wegesrand,
wir gehn gemeinsam Hand in Hand
durch dieses wunderschöne Land,
vom warmen Sonnenlicht erhellt.
Auf dieses Bild der heilen Welt
ganz langsam meine Träne fällt.

Als ich verließ das enge Tal,
da hörte ich ein letztes Mal
vom Kirchenturm der Glocke Schall.
Ganz tief im Herzen tat es weh,
als leise sagte ich Ade
zu meinen Bergen und dem See.

Gedanken, die im Wind sich drehn:
Werd’ ich dich nochmals wiedersehn,
bevor ich muss für immer gehn?
So lebt in meiner Seele fort,
auch auf Papier in Bild und Wort,
die Sehnsucht nach dem fernen Ort.

#9 RE: Fernweh von Leonore 10.03.2017 17:43

Verkehrtes Fernweh: Sehnsucht nach der Heimat
Martina Lukits-Wally

Einsam bin ich in der Fremde,
meine Heimat ist so fern.
Sehnsuchtsvoll streck ich die Hände,
nach dem alten Heimatstern.

Wenn die grauen Nebel ziehen,
möcht ich schnell zu dir entfliehen,
nur ein Fremder bin ich hier.
Einsam meine Schritte hallen,
oft recht bittre Tränen fallen,
ist die Sehnsucht groß nach dir.

Keine Birken, keine Wälder,
hör ich rauschen hier im Land.
Keine Bäche, keine Felder,
nur die Sehnsucht ich hier fand.

Sehnsucht nach der alten Heimat!
Fernweh, das gedrängt mich hat,
ist verflogen wie ein Blatt.
Wieder möcht ich bei dir sein!
Wo einst süße Trauben hingen,
will ich noch mal Lieder singen,
sehnsuchtsvoll schlaf ich dann ein.

#10 RE: Fernweh von Hans Peter 11.03.2017 07:50

Nach längerer Zeit habe ich mal wieder diese Seite besucht.
- Fernweh – ja das habe ich auch ab und an,
doch der Alltag stört, so bleib ich dann.
Finde die drei Verse hier sehr gut,
Gedanken von Fernweh machen Mut.

Wünsche ein schönes Wochenende

( Meine die 3 Verse von Hannelore Furch )

#11 RE: Fernweh von Zentoolino 24.03.2017 12:25

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Fernweh
 
Blinkend ziehen Silberpfeile
weiße Streifen im Azur.
Sie verweilen eine Weile,
dann verwischt sich ihre Spur.
 
Sehnsuchtsvoll Gedanken eilen,
fliegen stürmisch mit dem Wind.
Möchte in der Ferne weilen,
wo die Träume Wahrheit sind.
 
Seh vor mir die grünen Weiten,
ferne Länder, wilde Höh´n.
Möchte über Wellen gleiten,
oh Du Traum, wie bist du schön.

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