#1 Hexensabbat von Der Schwarze Graf 12.03.2014 20:33

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Als humanistisch gebildeter und wissenschaftlich aufgeklärter Mitteleuropäer habe ich noch nie an Hexen, den Teufel oder Übersinnliches geglaubt. Außerdem war meine Maxime: "Single bleiben!!!" War ich doch jung, dynamisch, erfolgreich im Job als Werbe-Fuzzi, und die Frauen lagen mir zu Füßen. So sollte es bleiben...

Mit Familien-Idylle, Kinderchen und Windelnwechseln hatte ich nix am Hut. Boah, wie spiessig und kleinkariert...Bis...Ja bis ich eines Freitags Verena traf: Lange, wilde feuerrote Lockenmähne bis knapp an den Po, grüne Augen und eine atemberaubende Figur mit allen Attributen, die Männer so mögen...Direkt von der Bar weg, wo wir uns ein paar Gläschen reingepfiffen hatten, landeten wir in ihrem luxuriösen Loft hoch über der City.


Nach einer rauschhaften ersten Liebesrunde verkündete mir Verena, sie sei eine waschechte Hexe. "Hä???" fragte ich träge. Sie stand auf, zog mich an der Hand in eine Ecke des Lofts und zeigte mir ihren Hexen-Altar: Ein ausgestopfter Rabe, ein paar Knochen, ein großer Dolch, magische Steine und einige Räucherstäbchen. "Na???" fragte sie lauernd. "Joah, meine Oma hatte so ne ähnliche Ecke, bloß mehr Putten, den Opa in Gold gerahmt und so`n Kram..." flachste ich. Verena`s Augen sprühten Funken. Splitternackt wie sie war, schritt sie hoheitsvoll zu einer dekorativ in einer Ecke lehnenden Bambusstange, klemmte sie sich zwischen die beachtlichen Oberschenkel- und pfiff auf dem Bambus-Dings reitend einige Runden in 3 Meter Höhe rund ums Loft und meinen Kopf; schließlich blieb sie in der Luft stehen, direkt vor meinen Augen und zischte: "Naaaaaaa???" "Joah, toller Zaubertrick, kann man kaufen, wenn man im Magischen Zirkel ist..." gähnte ich lässig und feixte. Verena kochte, aus ihren Augen zuckten Blitze- dann schnippte sie mit den Fingern, das Fenster öffnete sich von selbst und meine nackte Hexe fetzte auf der Bambus-Stange hinaus in die Vollmond-Nacht, wo sie hoch über der City einige Runden und zwei Loopings drehte und dann wie eine Rakete wieder reingedonnert kam: Zentimetergenau vor meinen verdutzen Augen blieb sie in der Luft stehen, während das Fenster von selbst folgsam zuging...Unten auf der Straße schepperte es mehrfach, denn einige verdutzte Autofahrer bauten mehrere leichte Auffahr-Unfälle...

"Naaaa?" fauchte sie. "Nicht schlecht, hoffentlich haste Dich nicht erkältet..." sagte ich lahm und verdattert, weil mein Weltbild langsam aber nachhaltig zu bröseln begann. Aber das zeige ich ja nicht einem Mädel, hehe...Verena schwebte auf den Boden herunter, schnippte wieder mit den Fingern: Zack- sie war jetzt schwarz angezogen mit einem sündig-aufreizenden body-suit und high-heels, und vor uns war ein Super-Buffet aufgebaut samt Schampus und allem, was man so gerne ißt...Der Rabe flog plötzlich putzmunter von seinem Altar auf meine Schulter und sagte in bestem Schwäbisch: "Gell, jetzt glodsch aber, guada Abbedid, Dummerle..." Auf Hochdeutsch: "Na, jetzt guckst Du aber dumm, guten Appetit, Du Blödmann..." Ihre Katze räkelte sich ebenfalls an mir rum und nölte mich frech an: "Ich spüre, Du Scheißkerl magst keine Katzen..." Ich kraulte dem Mistvieh den Rücken, was die gnädig zuließ, dabei mampfte ich gierig. Unterdessen ratterte mein Hirn wie ein PC kurz vor dem Super-Gau, und der Rabe zupfte vertraulich an meinen Haaren, Verena woanders...So kams zu einer rauschhaften zweiten Runde...

Da es Weekend war, hatten wir noch zwei Tage und ich kam aus meinem Rausch nicht mehr heraus. Am Montag schaffte ich es gerade noch bis in meine Agentur, dann drehte ich restlos durch: Das war DIE Frau meines Lebens, DIE mußte ich haben, womöglich machte ihr gerade ein anderer einen Antrag???!!! Ich band mir zu meinen Lieblingsdreß- Cordsamthemd, Combathose und Springer, alles in black, dazu mein bodenlanger Wollmantel- eine Krawatte um den Hals, die ich noch von meinen Azubi-Zeiten als Bänker aufgehoben hatte. Ich hasse Krawatten!!! Kaufte einen Arm voll Rosen und Orchideen, fetzte zu Verena ins Loft, die wollte gerade gehen. Ich kniete nieder vor ihr und röchelte: "Werde meine Frau, bitteeeeee..." Verena stand wie eine Statue, dann sagte sie belustigt: "Nöööö...Ich glaub ned...Oder...Jetzt weiß ich auch nix mehr...Na so was, das gibts ja nicht..."


Zwei Wochen später fragte mich der Pfarrer etwas, ich lebte seither wie in Trance, in Watte oder besser gesagt wie im Delirium. "Jepp, es gibt sie, die Hexen..." sagte ich zaghaft. Der Pfaffe stutzte, dann wiederholte er die Frage und flüsterte mir ins Ohr: "Mann, sag einfach JAAAAA..." Er kannte sich aus mit verwirrten liebestollen Ehe-Aspiranten. Unsere Freunde und die Verwandten hielten das für einen meiner plöden Scherze und lächelten milde...

Heute, 3 Jahre später: Ich renne mit dem Kinderwagen- Inhalt unsere jüngste Hexe Sabrina- Richtung Spielplatz, wo unsere beiden Satansbraten Jim und Jule die anderen Kinder verscheucht haben und den Platz für sich alleine haben. Jetzt kassieren sie Eintritt von den anderen Kids, na ja, ganz die Mama...Ich schnappe die beiden und verfrachte sie nach Hause, weil ich als braver Hausmann ja noch kochen muß für die Brut und mich. Außerdem muß ich noch putzen, die Windeln der Klein-Hexe wechseln und einkaufen...


Verena sitzt derweil in ihrem luxuriösen Vorstands-Büro, dirigiert eisern und gnadenlos ihre Untergebenen und jongliert mit Millionen-Beträgen; dabei strickt die ihre beliebten Intrigen, und morgen lese ich sicher wieder, welche Firma sie in die Insolvenz getrieben und dann für ein Butterbrot aufgekauft hat...Dafür wird sie auch noch "Managerin des Jahres," diniert in den feinsten Lokalen und düst um die Welt. Und Angie hat sie als "Frau und Mutter des Jahres" auch noch ins Kanzleramt eingeladen..

Jetzt glaube ich es: Es gibt sie, die Hexen, jawollllll...Und meine Frau ist eine davon, sogar die Oberhexe...In meiner Männergruppe lachen sie mich aus, wenn ich zaghaft darüber reden will und mein Psycho-Fuzzi sagt, daß ich eine rege Phantasie habe...Ich soll doch darüber schreiben, um den Wahn loszuwerden, empfahl er, um mich loszuwerden. Was ich hiermit getan habe...Deswegen habt ihr jetzt was zu lachen...


Copyright Robby Der Schwarze Graf 2010

#2 RE: Hexensabbat von OnlineRoman 13.03.2014 10:13

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Ein kleiner Hinweis zur Rechtschreibung.

Da du offenkundig ein leidenschaftlicher Pünktchen-Pünktchen-Pünktchen-Schreiber bist, solltest du auch die entsprechenden Rechtschreibregeln beachten.

Die Regeln sind denkbar einfach:

Wenn ein Wort abgeschnitten wird, werden die Pünktchen direkt an das abgeschnittene Wort angefügt. Also ohne Leerraum direkt an das unterbr... Wort.

Wenn das letzte Wort vollständig dasteht und nur eine ... Gedankenpause kommt, dann wird vor und hinter die Pünktchen ... ein Leerzeichen gesetzt.

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#3 RE: Hexensabbat von Der Schwarze Graf 13.03.2014 20:13

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Danke für die Aufklärung; ich werde mich befleissigen, auf die drei Punkte weitgehend zu verzichten bzw. die Rechtschreibung zu beachten, beim Barte des Propheten. Es waren wirklich übermässig viele Pünktchen...^^

Freundlicher Gruß, Robby

#4 RE: Hexensabbat von OnlineRoman 15.03.2014 13:17

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Herrgottsakra!
Unn schunn widder falsch!

Bei "Pünktchen..." muss ein Leerzeichen dazwischengeklemmt werden, also "Pünktchen ..."

Nun ja, fleißig üben, das wird schon.

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#5 RE: Hexensabbat von Der Schwarze Graf 15.03.2014 14:59

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Sei doch nicht so ungeduldig und lies den ersten Satz meiner Story von Weihnachten ... Musste ja erst mal üben ... Ich hätte ja alles editiert, aber dann heißt es, die Antworten sind für die Katz gewesen.

Dunkelgruß, Robby

#6 RE: Hexensabbat von OnlineRoman 15.03.2014 15:05

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Ei Robby, mein Guter,

das bezog sich doch nur auf den Beitrag #3

Ich vertraue fest darauf, dass du in Kürze ein perfekter Pünktchen-Akrobat sein wi... und dass ...


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