#1 Wir Kinder vom kleinen Borsigplatz von Chebrö 11.05.2014 00:29

Wir Kinder vom kleinen Borsigplatz





Um es vorwegzusagen: Es wird in den folgenden 99 Seiten um vieles gehen.

Um Alkoholismus, Drogensucht oder auch einfaches Lachen: Und um das Leben am schwierigsten Platz der Republik.

Es wird um Menschen gehen in all seinen Facetten, um Malik etwa oder Mama DD oder Papa DD.

Fast alle sind Schnapstrinker.

Aber alle auch Kinder Gottes: Für jeden von uns wurde ein Erlöser gekreuzigt und wer hier ohne Schuld sei, der werfe den ersten Stein.


Ich beginne mit Malik: Kickboxer und dauernd mit Schlafzimmerblick.

Ein sehr hübscher Afrikaner, 26, ungefährlich.

Oder Papa DD: Journalist. Trinkt zu viel Multivitaminsaft, seit er krankenhausreif gemacht wurde und er ist bereits 66, saubelesen und herzensgut.

Betti: Ja gut, das Gesicht ein wenig zerschnitten (aber immer noch bildhübsch).

Ralf, Ralle: Ok, ok: 45cm Hakenkreuz auf der Brust. Ist er immer noch Nazi? Jedenfalls ist er der Empathischste der Rasselbande.

Becky: Spitzname Luzifer: Ist rabenschwarz, sauschön und vermöbelt wirklich alle. Zwei Seelen wohnen in ihrer Brust ach! - und sich in ihren dunklen Tieraugen für Sekunden zu verlieren, ist Heiligabend...

Alex und Bettina: Besitzen den Kiosk direkt vorm Platz. Eine Goldgrube. Die fetten zwei Landrover, die sie fahren, haben w i r finanziert, so nach und nach etwa.

Sie sind Griechen, Alex eher unsympathisch, rastet manchmal sinnlos aus, scheint aber allerdings dauernd Bettina zu schwängerrn, die eine Seele von Mensch ist: Bereits öfters hatte ich mich gefragt, warum sie d e n über sich drüberrutschen lässt, warum ihn und nich mich;)

Ingo, der Kiffer. Zwei Meter groß, gutaussehend und könnte Schwarm aller Frauen sein.

Könnte: Hat echt leicht einen an der Waffel, vor allem nach einigen Gramm Cannabis Sativa.




Ach so, es gibt auch mich: Sozialarbeiter im Viertel (und als einziger noch nicht von Becky verhauen worden *lach

Es gibt Milena, meine Nachbarin. Über die hatte ich bereits berichtet.

Zu jung, zu alt? Geht nicht gibt es nicht...

Den Platz verbiete ich ihr, denn mädchenhafte Unschuld in Reinform hat dort nichts zu suchen.

Aber irgendwie gehört sie doch mit dazu.

Dreimal täglich pa­t­rouil­lie­rrt die Polizei vorbei. Nein. Nicht Bullen,weil sie sind immer nett zu uns „Ihr seid die Besten“ (ohne Ironie im Unterton) – und bloß einmal hatten sie gleich drei (Babu, Malik, Ralle) gleichzeitig in die Ausnüchterungszelle gestöpselt (weil die hatten es übertrieben) – mich noch nie.

Meine Wenigkeit ist von früher her Rekordhalter: Sieben mal Zelle. Bin ein ganz klein wenig stolz drauf

Babu: Aus dem Senegal, 48 Jahre jung und ein feiner Kerl, wenn da nicht...

Babsy: Eine Zigeunerin mit Temperament im Blut. Seit ihr Mann nicht mehr lebt (Alk), möchte sie zu ihm und lässt das Leben „sanft“ ausklingen: Mit Alk. Warum die Gänsefüßchen? Ich sagte doch „Temperament im Blut“.

Natascha: Die ist wirklich hübsch, tingelt eher selten vorbei und man könnte sich mit ihr etwas vorstellen.

Aber einmal hatte Malik sie vernascht - und ich stehe bloß auf Neuwagen.

Anette: Dipl.Geografin. Macht hier Nordstadtführungen „auf den Spuren des VFB“.

Gudi: Trinkt auch nicht (Freundin von Anette). Ab und an sitzen die beiden gemeinsam im Garten und frühstücken. Süß!




(*99 Seiten folgen*)

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