#1 Großeltern von Klaus 09.04.2015 10:21

Von Schiffen, Pinkeln und was einem Schlimmes passieren kann – für Mila und Lenni

Heute pinkelt Opi lieber im Sitzen, obwohl man dafür als Weichei beschimpft werden kann. Und das kam so:
Als Opi noch ein Junge war, ging man nicht pinkeln, sondern schiffen. Man stelle sich hin (als Junge ist das okay) und sagte: „Ich muß mal schiffen!“ und jeder in der Straßenbande wußte Bescheid.
Vielleicht kommt der Ausdruck „schiffen“ von den Seeleuten, die früher von ihren Segelschiffen ins Wasser pinkelten, weil es noch keine richtigen Toiletten gab. Das aber war gefährlich, weil man dabei ohnmächtig werden, ins Wasser fallen und dabei ertrinken kann.
Was hat Opi da gerade behauptet? Ja, man kann vom Pinkeln ohnmächtig werden! – Und ja, das kann gefährlich sein.
Und wißt ihr was? Das ist Opi auch schon passiert.
Opi liebt Boote und Schiffe. Vor einigen Jahren segelte er auf einem alten Segelschiff nach Dänemark, als er einen schmerzhaften Druck in der Blase verspürte: Es mußte pinkeln, und zwar sofort! Da er gerade das Deck schruppte, trat er an die Bordwand, schiffte ins Wasser, spürte eine große Erleichterung – und wurde ohnmächtig. Mit heruntergelassenen Hosen kippte er nach vorne auf die Reeling, so nennt man die Bordwand, und hing dort wie ein nasser Sack.
Früher sind dabei die Seeleute oft ins Wasser gefallen und ertrunken. Das kalte, nasse Wasser weckte die Seeleute zwar meistens auf, doch ertranken sie trotzdem, weil die meisten von ihnen nicht schwimmen konnten. Opi aber hatte Glück. Seine Kameraden packten ihn und brachten ihn unter Deck, wo er alsbald wieder erwachte.
Jetzt werdet ihr sagen:“ Opi, man wird nicht vom Pinkeln ohnmächtig. Das ist doch Seemannsgarn oder einer deiner Geschichten!“
Doch, es ist möglich! Die schnelle Entleerung der Blase löst ein Nervensignal aus. Der Nerv sagt dem Herzen:“ Nun mach mal halblang und schlag langsamer, während ich pinkele. Es ist anstrengend genug.“
Dadurch bekommt das Gehirn weniger Sauerstoff und macht eine kleine Pause, manchmal nur für Sekunden, selten eine Minute. Wenn du dann ins Wasser fällst und die Kälte weckt dich wieder auf, solltest du schwimmen können, sonst wird es gefährlich für dich! Im Bad könntest Du auf den Fußboden schlagen und dir eine Beule holen.
Ja, und deshalb pinkelt Opi im Sitzen!

#2 RE: Großeltern von baroque 09.04.2015 10:37

Ja Klaus,
nicht nur ´navigare necesse est´, sondern auch schiffen. Ob bei Seemann, Frau, oder Mann; ob Opi, oder Omi!
Dein kleiner medizischer Ausflug in der doch heiteren kleinen Geschichte, war belehrend und
so habe ich wieder etwas dazugelernt.

Dein Opi ein Weichei!? Ich kannte ihn ja nicht. Doch ich bin sicher, er war für dich, wie für alle Enkel:
´In Europa,
der beste Opa´.
Alter Schlagerttiten.
So verdichte dich weiter mit heiteren Geschichten!

Mit Grüssen
baroque-mande

Weg mit den Alpen!
Freie Sicht aufs Mittelmeer!
(Plakat bei einer Dämonstration)

#3 RE: Großeltern von Klaus 09.04.2015 11:04

Hallo baroque,

ja, in der Tat, es ist manchmal sehr nötig, zu schiffen. Ich habe eine Menge solcher Geschichten geschrieben. Auch eine neue hier eingestellt. Mal sehen. Danke für deinen Hinweis auf das finnische Epos. Ich werde mich mal darüber informieren.

Mit besten Frühlingsgrüssen!
Klaus

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