#1 In Anlehnung an ...versus... von Emiti 12.08.2019 14:03

Adam hat seit kurzem einen Nachbarn, weiss nicht so recht, was er davon halten soll, macht ihm aber gleich ein Zeichen hereinzukommen in seinen Garten. Sie werden sich gegenueber sitzen, in die Augen schauen bis dann ein paar Worte kommen, die sie rein intuitiv vom Klang her verstehen. Um sich ein bisschen die Beine zu vertreten, werden sie sich in den hinteren Teil des Gartens begeben, achtlos vorbei an Baum und Strauch bis der Nachbar vor einem wie angewurzelt stehen bleibt.
Es hatte sich ihm etwas auf die Augen gelegt, zerrte an deren Innerem. Tief Luft holend legte er erst mal eine Hand an den Stamm, und sofort war da ein Kontakt. Der Baum gab quasi sein ganzes Wesen preis - so als habe er schon ewig darauf gewartet.
Was ist los?, wollte Adam wissen, und er bekam zu hoeren, was ihm noch nie so aufgegangen war. Hatte er doch immer nur die Warnungen im Kopf und die Versuchung dazu. Dem Nachbarn gegenueber war er jetzt was er war und der Baum ein Baum mit dem man umgehen konnte.
Nachtraeglich wird er sich sagen, dass es auch ganz anders haette kommen koennen, wenn er, so fixiert wie er war auf den Baum, gleich angefangen haette davon zu reden - von alledem was sich darumherumrankte. Der Nachbar waere vielleicht gleich losgegangen um sich vollzufressen und den Rest fuer seine Brut heimzutragen. Die haette dann Jahr fuer Jahr sich eingestellt und schliesslich fuer seine Vertreibung gesorgt:

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